Schlacht um Damaskus wird immer heftiger

Freitag, 7. Dezember 2012, 12:38 Uhr
 

Beirut (Reuters) - Rebellen und Armee liefern sich eine immer heftigere Schlacht um die Vorherrschaft über die syrische Hauptstadt Damaskus.

Das Militär feuerte am Freitag nach Angaben der Opposition Raketen auf zwei von den Aufständischen gehaltenen Vororte und verstärkte seine Truppen im dem Gebiet unweit des strategisch wichtigen Flughafens mit Soldaten und Panzereinheiten. "Sie versuchen, das Gebiet zu stürmen", sagte ein Aktivist, der namentlich nicht genannt werden wollte. Die Rebellen drohten im Gegenzug mit Angriffen auf den Flughafen ohne Rücksicht auf zivile Opfer. Auf dem Airport befänden sich zahlreiche gepanzerte Fahrzeuge und Soldaten. Er sei damit ein militärisches Ziel, sagte ein Sprecher der Aufständischen. "Zivilisten, die sich ihm jetzt nähern, tun dies auf eigene Gefahr."

Sollten die Rebellen die Vororte Moadamia und Daraja halten können, würden sie einen geschlossenen Bogen vom Nordosten bis zum Südwesten von Damaskus kontrollieren und so die Stadt zu einem großen Teil von der Außenwelt abschneiden. Die Aufständischen versuchen seit 20 Monaten, Präsident Baschar al-Assad zu stürzen. Der Konflikt hat sich in einem Bürgerkrieg ausgewachsen. Nach Angaben der Opposition wurden bislang 40.000 Menschen getötet.

Internationale Bemühungen zur Beilegung des Konflikts blieben bislang erfolglos. Diplomaten zufolge wollen die Außenminister der Europäischen Union am Montag bei einem Treffen in Brüssel über weitere Möglichkeiten zur Beendigung des Kriegs sprechen. Dabei soll es den Angaben zufolge auch darum gehen, wie das Waffenembargo gelockert werden könne, um bestimmte Vertreter aus Reihen der Rebellen zu unterstützen. An dem Treffen in Brüssel werde zumindest teilweise der Chef der oppositionellen syrischen Nationalkoalition, Muas Alchatib, teilnehmen, sagte ein Sprecher der EU-Außenbeauftragten Catherine Ashton.

 
A view of damages on an empty street in the Aleppo district of Salaheddine December 5, 2012. Picture taken December 5, 2012. REUTERS/Aref Hretani (SYRIA - Tags: CONFLICT POLITICS)