Ägyptens Opposition schlägt Mursis Angebot zum Dialog aus

Freitag, 7. Dezember 2012, 12:54 Uhr
 

Kairo (Reuters) - Ägyptens Opposition hat den vom islamistischen Präsidenten Mohammed Mursi angebotenen Dialog im Verfassungsstreit ausgeschlagen.

Das Oppositionsbündnis Nationale Heilsfront erklärte am Freitag in Kairo, sie werde an dem für Samstag vorgeschlagenen Gespräch nicht teilnehmen. "Das ist die offizielle Position", sagte Ahmed Said, einer der führenden Politiker der Heilsfront und zugleich Chef der liberalen Freien Ägyptischen Partei. Auch der Reformpolitiker Mohammed ElBaradei rief per Twitter dazu auf, dem von Mursi vorgeschlagenen Gespräch fernzubleiben. Die liberale Wafd-Partei will einer Meldung der staatlichen Nachrichtenagentur zufolge ebenfalls nicht teilnehmen. Sowohl ElBaradei als auch die Wafd gehören der Heilsfront an.

Mursi hatte angesichts der jüngsten Gewalt die Vertreter von Opposition und Justiz zum Dialog über die politische Zukunft des Landes eingeladen. Das Gespräch sollte im Präsidialamt in Kairo stattfinden. Zugleich signalisierte Mursi, eine besonders umstrittene Passage seines jüngstens Dekrets zu ändern, das ihm eine große Machtfülle sichert und Proteste provoziert hat. Bislang sollen Entscheidungen des Präsidenten nicht mehr von der Justiz überprüft werden können. Kritiker sehen darin einen Rückfall in die Diktatur.