Vorwürfe gegen Radiosender nach Tod von Kates Krankenschwester

Sonntag, 9. Dezember 2012, 15:28 Uhr
 

London (Reuters) - Nach dem mutmaßlichen Selbstmord einer Krankenschwester wegen eines Telefon-Scherzes von Radio-Journalisten im Zusammenhang mit dem Klinikaufenthalt der schwangeren britischen Herzogin Kate hat das Hospital schwere Vorwürfe gegen den Sender erhoben.

"Es war extrem albern von Ihren Moderatoren auch nur daran zu denken, sich durch Lügen Zugang zu einer unserer Patientinnen zu verschaffen", schrieb der Chef des König-Edward-VII-Krankenhauses, Lord Glenarthur, an den Betreiber des australischen Hörfunksenders 2DayFM. Wirklich empörend sei jedoch, dass das Management entschieden habe, die Aufzeichnung des Anrufs auch auszustrahlen. Ein solcher Vorfall dürfe sich nie mehr wiederholen.

Die 46-jährige Krankenschwester hatte einen Anruf von Journalisten entgegengenommen, die sich am Telefon als Königin Elizabeth und Prinz Charles ausgaben und so Auskünfte über den Gesundheitszustand der Frau von Prinz William erhalten hatten. Am Freitag wurde die Krankenschwester tot in einem Wohnheim aufgefunden. Der Betreiber des Senders erklärte am Samstag, die Station habe nichts Unrechtmäßiges getan. Es sei ein tragischer Vorfall, der nicht vorherzusehen gewesen sei.