US-Diplomatin Susan Rice kippt Kandidatur für Clinton-Nachfolge

Freitag, 14. Dezember 2012, 07:58 Uhr
 

Washington (Reuters) - Die US-Spitzendiplomatin Susan Rice hat ihre Kandidatur für die Nachfolge von Außenministerin Hillary Clinton zurückgezogen.

Rice begründete den Schritt am Donnerstag mit dem zu erwartenden Widerstand im Senat, wo sie ein langwieriger und nervenaufreibender Bestätigungsprozess erwarten würde. "Dieses Tauschgeschäft hat unser Land ganz einfach nicht verdient", schrieb Rice in einem Brief an US-Präsident Barack Obama. Das Präsidialamt erklärte, Obama akzeptiere die Entscheidung und freue sich, dass Rice die USA weiterhin als Botschafterin bei den Vereinten Nationen vertreten wolle.

Mit dem Rückzieher wachsen die Chancen des demokratischen Senators John Kerry für das Amt des Außenministers. Kerry war 2004 der Präsidentschaftskandidat der Demokraten. Er unterlag damals aber dem damaligen Amtsinhaber George W. Bush.

Rice war nach einem Angriff auf das US-Konsulat in der libyschen Stadt Bengasi am 11. September unter Druck geraten. So hatte die Diplomatin in einer ersten Stellungnahme darauf verwiesen, dass es sich bei dem Angriff wohl nicht um einen Terroranschlag gehandelt habe, sondern um eine relativ spontane Reaktion auf den in den USA produzierten Mohammed-Film. Die Republikaner warfen der Obama-Regierung daraufhin vor, den Anschlag mit Blick auf die Präsidentenwahl zu verharmlosen.

Clinton hatte bereits vor der Präsidentschaftswahl im November angekündigt, dass sie im Falle einer Wiederwahl Obamas nicht erneut als Außenministerin antreten wolle. Der Frau von Ex-Präsident Bill Clinton werden eigene Ambitionen für das Präsidialamt bei der Wahl 2016 nachgesagt.

 
U.S. ambassador to the United Nations Susan Rice speaks with the media after Security Council consultations at U.N. headquarters in New York June 7, 2012. REUTERS/Allison Joyce (UNITED STATES - Tags: POLITICS)