Schulen wegen Verdächtigem in US-Stadt abgeriegelt

Montag, 17. Dezember 2012, 17:18 Uhr
 

Ridgefield (Reuters) - Nur drei Tage nach dem Schulmassaker im US-Bundesstaat Connecticut hat die Polizei in Ridgefield am Montag wegen einer verdächtigten Person alle Schulen abgeriegelt.

Vorsorglich wurden auch die Schulen im nahen Redding geschlossen. "Wir suchen nach einem Verdächtigen in einer Grundschule", sagte ein Polizist in Ridgefield. Diese Person sei möglicherweise bewaffnet, erklärte ein Beamter der Polizei von Connecticut. Ridgefield und Redding liegen in dem Bundesstaat und nur wenige Kilometer von Newtown entfernt, wo am Freitag ein junger Mann in einer Grundschule zwanzig Kinder und sechs Erwachsene erschossen hat.

Auch die in Newtown ermittelnde Staatspolizei von Connecticut wurde in den neuen Fall eingeschaltet. "Wir sind über die Situation in Ridgefield informiert", sagte der Vertreter der Polizei von Connecticut.

Ridgefield liegt rund 30 Kilometer von Newtown entfernt, Redding nur 16 Kilometer. In Redding seien die Schulen als Vorsichtsmaßnahme abgeriegelt worden, sagte ein örtlicher Polizist. Ob es dort eine Drohung gab, sagte er nicht.

Unter den Opfern in Newtown sind 20 Kinder im Alter von sechs bis sieben Jahren. Der zwanzigjährige Täter hatte mit einem Gewehr und zwei Pistolen bewaffnet die Sandy-Hook-Grundschule gestürmt. Zuvor hatte er zuhause seine eigene Mutter getötet. Das Motiv ist unklar. Früheren Mitschülern zufolge besuchte der Täter als Kind selbst die Einrichtung.

Als wichtige Zeugen befragt die Polizei nun zwei Erwachsene, die die Schießerei in der Schule in Newtown verletzt überlebt haben. Möglicherweise sollen auch Kinder vernommen werden.

OBAMA FORDERT ENTSCHIEDENES VORGEHEN GEGEN GEWALT

US-Präsident Barack Obama forderte nach dem Massaker in Newtown ein entschiedenes Vorgehen gegen Gewaltkriminalität. "Diese Tragödien müssen aufhören. Und um sie zu beenden, müssen wir uns ändern", sagte Obama bei einer Trauerfeier für die Todesopfer in Newtown am Sonntagabend. Er werde Polizisten, Lehrer und Psychologen zusammenbringen, um zu untersuchen, wie man die Gewalt stoppen könne. Anders als manche Abgeordnete seiner demokratischen Partei forderte Obama aber keine schärferen Waffengesetze.

Die Schulen blieben in Newtown auch am Montag geschlossen. Die Schüler der Sandy-Hook-Schule sollen vorerst in einem Nachbarort unterrichtet werden.