Immer weniger US-Staaten richten Menschen hin

Dienstag, 18. Dezember 2012, 12:11 Uhr
 

Austin (Reuters) - Immer weniger US-Bundesstaaten vollstrecken die Todesstrafe.

In diesem Jahr seien in neun Staaten Verbrecher hingerichtet worden und damit in so wenigen wie seit 20 Jahren nicht mehr, erklärte Richard Dieter vom Death Penalty Information Center am Dienstag. Zwar gebe es in 33 der 50 Staaten formell die Todesstrafe. "Aber in sehr wenigen von ihnen werden regelmäßig Hinrichtungen vollzogen." Dieter nannte die hohen Kosten der Todesstrafe, die lange Dauer der Verfahren und die vielen aufgehobenen Urteile als Gründe. Für dieses Jahr seien keine Hinrichtungen mehr angesetzt, teilte die Organisation mit, die Daten zur Todesstrafe sammelt.

Die Zahl der Getöteten liegt in diesem Jahr mit 43 gleich hoch wie 2011. Mehr als ein Drittel von ihnen - 15 Verurteilte - wurden allein in Texas hingerichtet. In den USA entscheiden die einzelnen Bundesstaaten über die Anwendung der Todesstrafe. So wurden seit dem Ende eines Moratoriums 1976 in Texas 491 Hinrichtungen vollzogen, während es in Michigan seit der Gründung des Staates 1837 nie eine Exekution gab. In diesem Jahr wurde die Todesstrafe in Connecticut abgeschafft. Die Bürger von Kalifornien, wo seit rund sieben Jahren keine Hinrichtung mehr vorgenommen wurde, lehnten in einer Volksabstimmung eine entsprechende Gesetzesänderung ab.