Bericht kritisiert Clintons Ministerium wegen Bengasi-Anschlag

Mittwoch, 19. Dezember 2012, 07:13 Uhr
 

Washington (Reuters) - Drei Monate nach dem tödlichen Angriff auf den US-Botschafter in Libyen erheben Regierungsexperten schwere Vorwürfe gegen das Außenministerium.

In einem am Dienstag vorgelegten Untersuchungsbericht kommen sie zu dem Ergebnis, dass grobe Sicherheitsmängel das Attentat begünstigt haben. Die fünfköpfige Kommission spricht von Führungsdefiziten in zwei Abteilungen des Ministeriums. Eine schlechte Koordination und undurchsichtige Verantwortlichkeiten hätten dazu geführt, dass die Sicherheitsvorkehrungen im US-Konsulat in der libyschen Stadt Bengasi unzureichend gewesen seien.

Am Jahrestag der Anschläge vom 11. September 2001 waren bei einem Angriff auf das Konsulat in Bengasi der US-Botschafter Christopher Stevens und drei weitere US-Bürger getötet worden. Nach Protesten gegen einen Mohammed-Schmähfilm war die Regierung in Washington zunächst davon ausgegangen, dass ein wütender Mob das Gebäude gestürmt habe. Später wurde eine terroristische Gruppe dafür verantwortlich gemacht.

Der Untersuchung zufolge gab es von den US-Geheimdiensten keine besondere Warnung vor einem derartigen Angriff. Bemängelt wird zudem, dass die USA sich in Bengasi zu sehr auf libysche Milizen und private Sicherheitskräfte verlassen hätten. Der Bericht wirft einen Schatten auf Außenministerin Hillary Clinton, die ihren Posten nach vierjähriger Amtszeit aufgibt. Clinton kündigte in einer Erklärung an, alle Empfehlungen der Experten umzusetzen. Dazu gehört der Vorschlag, die neue Position eines Sicherheitsverantwortlichen für besonders gefährdete US-Diplomaten zu schaffen.