Clinton entlässt nach Bengasi-Bericht Sicherheitschef

Donnerstag, 20. Dezember 2012, 07:51 Uhr
 

Washington (Reuters) - Mehr als drei Monate nach dem tödlichen Angriff auf den US-Botschafter in der libyschen Stadt Bengasi zieht Außenministerin Hillary Clinton personelle Konsequenzen.

Eine Sprecherin des Ministeriums teilte am Mittwoch in Washington mit, dass der Sicherheitschef für den diplomatischen Dienst, Eric Boswell, seine Posten räumen werde. Drei weitere Mitarbeiter seien ebenfalls von ihren Aufgaben entbunden worden.

Eine Untersuchungskommission war zu dem Ergebnis gekommen, dass grobe Sicherheitsmängel das Attentat in Bengasi begünstigt hatten. So hätten sich die USA zu sehr auf libysche Milizen und private Sicherheitskräfte verlassen. Die fünfköpfige Kommission sprach von Führungsdefiziten in zwei Abteilungen des Ministeriums. Eine schlechte Koordination und undurchsichtige Verantwortlichkeiten hätten dazu geführt, dass die Sicherheitsvorkehrungen im US-Konsulat in der libyschen Stadt unzureichend gewesen seien.

Am Jahrestag der Anschläge vom 11. September 2001 waren bei einem Angriff auf das Konsulat in Bengasi der US-Botschafter Christopher Stevens und drei weitere US-Bürger getötet worden. Nach Protesten gegen einen Mohammed-Schmähfilm war die Regierung in Washington zunächst davon ausgegangen, dass ein wütender Mob das Gebäude gestürmt habe. Später wurde eine terroristische Gruppe dafür verantwortlich gemacht.