Vereinte Nationen - Religionskonflikte in Syrien nehmen zu

Donnerstag, 20. Dezember 2012, 11:54 Uhr
 

Brüssel (Reuters) - Der Bürgerkrieg in Syrien entwickelt sich nach Einschätzung der Vereinten Nationen (UN) immer stärker zu einem Konflikt der Religionen.

Die Minderheit der Alawiten, der auch Präsident Baschar al-Assad angehöre, positioniere sich verstärkt gegen die Sunniten, teilten unabhängige UN-Beobachter in ihrem jüngsten Bericht am Donnerstag mit. Die Mehrheit der Syrer ist sunnitischen Glaubens. Doch die aus der schiitischen Glaubensrichtung des Islam hervorgegangene Gemeinschaft der Alawiten sitzt an den Schalthebeln der Macht.

Ethnische und religiöse Minderheiten suchten im Bürgerkrieg verstärkt den Schutz der eigenen Gemeinschaft, meldeten die UN-Beobachter in ihrem Bericht, der die Entwicklung von Ende September bis Mitte Dezember in Syrien darstellt. Die Spaltung der Gesellschaft und die Feindseligkeit nehme daher zu. Die meisten der ausländischen Kämpfer, die sich den Rebellen anschlössen, seien Sunniten aus dem Nahen Osten oder Nordafrika. Dagegen unterstützt die radikal-islamische Hisbollah, die zu den Schiiten gehört, die Regierung in Damaskus.

In dem seit März 2011 anhaltenden Konflikt in Syrien sind nach Angaben von Aktivisten mehr als 40.000 Menschen getötet worden.

 
Chairman of the United Nations Commission of Inquiry on Syria Paulo Pinheiro and member Carla del Ponte (R) address a joint news conference in Brussels December 20, 2012. REUTERS/Francois Lenoir (BELGIUM - Tags: POLITICS CONFLICT)