Putin warnt vor einem Krieg ohne Ende in Syrien

Donnerstag, 20. Dezember 2012, 14:23 Uhr
 

Moskau (Reuters) - Russlands Präsident Wladimir Putin hat vor einem Krieg ohne Ende in Syrien gewarnt.

Militärisch könne der Konflikt auf Dauer nicht gelöst werden, sagte Putin am Donnerstag vor Journalisten. Es sei nicht damit getan, dass Regierung und Opposition einfach die Rollen tauschten und die Kämpfe "auf ewig" weitergingen. Russland sorge sich vor allem um das Schicksal Syriens und weniger um das von Präsident Baschar al-Assad.

Letztendlich müsse das syrische Volk selbst über sein Schicksal bestimmen, sagte Putin weiter. "Wir sind für eine Lösung, die zunächst ein Auseinanderbrechen der Region und des Landes sowie einen endlosen Bürgerkrieg verhindert. Unsere Position ist es nicht, Assad und sein Regime um jeden Preis an der Macht zu halten." Zusammen mit China hat Russland im UN-Sicherheitsrat wiederholt schärfere Resolutionen gegen Assads Vorgehen verhindert. Bei dem seit März 2011 anhaltenden Bürgerkrieg sind mindestens 40.000 Menschen getötet worden.

Nach Einschätzung der Vereinten Nationen (UN) wird der Krieg immer stärker zu einem Konflikt zwischen der Minderheit der Alawiten, der auch Assad angehört, und der sunnitischen Mehrheit. In der Folge bewaffneten sich immer mehr Zivilisten, hieß es in einem Bericht von UN-Menschenrechtsexperten. Außerdem suchten die Leute im Bürgerkrieg verstärkt den Schutz der eigenen Gemeinschaft. Die Spaltung der Gesellschaft und die Feindseligkeit nehme daher zu. Die meisten der ausländischen Kämpfer, die sich den Rebellen anschlössen, seien Sunniten aus dem Nahen Osten oder Nordafrika. Dagegen unterstützt die radikal-islamische Hisbollah, die zu den Schiiten gehört, die Regierung in Damaskus.

 
Russia's President Vladimir Putin speaks during his annual news conference in Moscow, December 20, 2012. Any solution to the conflict in Syria must ensure President Bashar al-Assad's forces and his opponents do not simply swap roles and fight on forever, Putin said on Thursday. REUTERS/Maxim Shemetov (RUSSIA - Tags: POLITICS)