Harsche Kritik an NRA-Forderung nach mehr Waffen an US-Schulen

Samstag, 22. Dezember 2012, 12:55 Uhr
 

Washington (Reuters) - Die US-Lobbyorganisation National Rifle Association (NRA) hat für ihre Forderung nach mehr bewaffneten Wachen an Grundschulen harsche Kritik geerntet.

"Sie haben eine paranoide, verstörende Vision eines noch gefährlicheren und noch gewalttätigeren Amerikas gezeigt, in dem jeder bewaffnet und kein Ort mehr sicher ist", sagte der New Yorker Bürgermeister Michael Bloomberg am Freitag. Der parteilose Politiker plädiert seit Jahren für schärfere Waffengesetze. Die stellvertretende Direktorin des Anti-Waffen-Gruppe Code Pink, Medea Benjamin, warf der NRQ Realitätsverweigerung vor: "Sie haben die Schuld für die Gewalt auf alle möglichen Dinge geschoben - nur nicht auf die Waffen selbst."

Eine Woche nach dem Massaker an einer Grundschule in der US-Kleinstadt Newtown hatte die Waffenlobby auf einer seltenen Pressekonferenz mehr bewaffnete Wachen an Schulen als Lösung für das Gewaltproblem präsentiert. Zugleich machte die NRA auch Medien und sogenannte Ballerspiele für die Tat verantwortlich. Für Sicherheit an den Schulen müssten bewaffnete Polizisten sorgen. "Das einzige, was einen Bösewicht mit einer Waffe stoppt, ist ein guter Mensch mit einer Waffe", sagte NRA-Chef Wayne LaPierre.

Viele Amerikaner gedachten am Freitag mit einer Schweigeminute der 27 Opfer des Massakers. An vielen Orten der Ostküste läuteten Kirchenglocken. US-Präsident Barack Obama stärkte den Befürwortern eines strengeren Waffenrechts den Rücken. Eine Kommission unter Leitung von Vize-Präsident Joe Biden soll in den nächsten Wochen Vorschläge unterbreiten, wie solche Gewalttaten künftig verhindern werden könnten.

 
Wayne LaPierre (R), executive vice president of the National Rifle Association (NRA), walks past former Congressman Asa Hutchinson after speaking at a news conference in Washington December 21, 2012. NRA, the powerful U.S. gun rights lobby, went on the offensive on Friday arguing that schools should have armed guards, on a day that Americans remembered the victims of the Newtown, Connecticut school massacre with a moment of silence. REUTERS/Joshua Roberts (UNITED STATES - Tags: POLITICS)