Chavez erleidet nach 4. Krebs-OP neue Komplikationen

Mittwoch, 2. Januar 2013, 07:20 Uhr
 

Caracas (Reuters) - Das Rätselraten über die Zukunft des schwer erkrankten venezolanischen Präsidenten Hugo Chavez geht auch im neuen Jahr weiter.

Vize-Präsident Nicolas Maduro räumte vor dem Jahreswechsel in einer Fernsehansprache ein, Chavez' Zustand sei nach seiner vierten Krebsoperation in Kuba in Folge neuer Komplikationen "heikel". Dagegen betonte am Montag Chavez' Schwiegersohn, Wissenschaftsminister Jorge Arreaza, sein Zustand sei "stabil".

Wegen Chavez' Erkrankung gibt es Zweifel, ob der 58-Jährige weiter an der Spitze des Landes stehen kann. Eigentlich soll er am 10. Januar für eine dritte sechsjährige Amtszeit vereidigt werden. Seit über drei Wochen hat sich Chavez jedoch nicht öffentlich blicken lassen und auch nichts von sich hören lassen. Sollte Chavez den Termin nicht wahrnehmen, könnte die Opposition Neuwahlen fordern. Sie rechnet sich gegen Maduro größere Chancen als gegen Chavez aus, weil der Vize weniger bekannt ist. Der Präsident hat kaum Einzelheiten zu seinem Leiden bekanntgegeben, das zuerst im Juni 2011 diagnostiziert wurde.

VIZEPRÄSIDENT - BEHANDLUNG "NICHT OHNE RISIKEN"

Die Komplikationen würden mit einem Verfahren behandelt, das "nicht ohne Risiken" sei, erklärte Maduro. Der 58-jährige Chavez war am 11. Dezember zum vierten Mal operiert worden. In der Folge entwickelten sich Blutungen und eine Atemwegsinfektion. Die neuen Komplikationen stünden mit dieser Entzündung in Verbindung, sagte Maduro. Die Regierung sagte die Neujahrsfeiern in der Hauptstadt Caracas ab und forderte die Bürger auf, für Chavez zu beten.

Arreaza, der Ehemann von Chavez' Tochter Rosa Virginia, rief die Bevölkerung in einer Twitter-Botschaft auf, böswilligen Gerüchten keinen Glauben zu schenken. Chavez habe den Tag "mit seinen Töchtern verbracht".