Rebellen in Zentralafrika zu Verhandlungen bereit

Mittwoch, 2. Januar 2013, 14:17 Uhr
 

Bangui (Reuters) - Die Rebellen in der Zentralafrikanischen Republik haben ihren Vormarsch auf die Hauptstadt Bangui gestoppt und sich zu Verhandlungen bereiterklärt.

"Ich habe unsere Truppen gebeten, ab heute in ihren Positionen zu bleiben, denn wir wollen an den Gesprächen in (Gabuns Hauptstadt) Libreville teilnehmen, um eine politische Lösung zu finden", sagte der Sprecher der Rebellenallianz Seleka, Eric Massi, telefonisch von Paris aus. Er berate mit den Partnern in der Allianz über Wege aus dem Konflikt. Eine Lösung wäre ein politischer Übergang, der Präsident Francois Bozize ausschließe. Nach Angaben aus Diplomatenkreisen könnten die Gespräche in Libreville am 10. Januar beginnen.

Bozize hatte unter dem Druck der anrückenden Rebellen deren Teilnahme an einer Koalitionsregierung angeboten. Außerdem werde er nach Ablauf seiner bis 2016 dauernden Amtszeit nicht wieder antreten, sagte der Präsident vergangenen Sonntag nach Beratungen mit dem Vorsitzenden der Afrikanischen Union (AU), Thomas Yayi Boni.

Seit Beginn ihres Aufstands vor drei Wochen hat die Allianz aus drei bewaffneten Gruppen ihren Vormarsch in der ehemaligen französischen Kolonie immer weiter vorangetrieben. Derzeit stehen die Rebellen rund 75 Kilometer vor der Hauptstadt Bangui.

Sie werfen Bozize vor, sich nicht an eine 2007 geschlossene Vereinbarung zu halten: Er habe damals jenen Aufständischen, die ihre Waffen niederlegten, Geld versprochen - dies aber nicht gezahlt.

Der Aufstand unterstreicht die unsichere Lage in dem Land, in dem die Armut trotz reicher Uran-, Gold- und Diamanten-Vorkommen groß ist. Die Regierung hat über die Hauptstadt hinaus nur wenig Einfluss, weshalb Teile des Landes immer wieder in Konflikte von Nachbarländern wie Sudan und der Demokratischen Republik Kongo hineingezogen werden.