Selbstmordattentäter tötet 27 schiitische Pilger im Irak

Freitag, 4. Januar 2013, 07:52 Uhr
 

Bagdad (Reuters) - Ein Selbstmordattentäter hat bei einem Anschlag im Irak mindestens 27 schiitische Pilger mit in den Tod gerissen.

Er raste am Donnerstag in Mussajab etwa 60 Kilometer südlich von Bagdad mit einem Auto in eine Bushaltestelle und sprengte sich in die Luft. Mindestens 60 weitere Menschen wurden dabei verletzt. Der Anschlag unterstreicht einmal mehr, wie angespannt die Beziehungen zwischen den Bevölkerungsgruppen im Irak und die Sicherheitslage ein Jahr nach dem Abzug der US-Truppen sind.

Zum Zeitpunkt des Anschlags befanden sich viele der Pilger auf dem Rückweg von einem schiitischen Fest in Kerbala. Schiiten waren zuletzt mehrfach das Ziel von Anschlägen im Irak. Meist bekannte sich niemand zu den Angriffen - so auch am Donnerstag. In der Regel werden aber radikale sunnitische Gruppen wie Al-Kaida dafür verantwortlich gemacht.

Viele Sunniten fühlen sich unterdrückt, nachdem sie unter dem 2003 durch eine US-geführte Invasion gestürzten Machthaber Saddam Hussein jahrelang den Irak dominierten. In den vergangenen zwei Wochen protestierten Tausende Mitglieder der sunnitischen Minderheit in der westlichen Provinz Anbar gegen Ministerpräsident Nuri al-Maliki. Sie warfen ihm vor, unter dem Einfluss des nicht-arabischen, schiitischen Nachbarn Iran zu stehen. Anbar wiederum grenzt an Syrien, wo eine sunnitische Mehrheit versucht, eine vom Iran unterstützte Regierung zu stürzen, und wo der Bürgerkrieg dazu beiträgt, die Ressentiments zwischen den Bevölkerungsgruppen im Irak und der umliegenden Region zu schüren.