Vor Alaska havarierte Shell-Ölbohrinsel beschädigt - Kein Leck

Freitag, 4. Januar 2013, 10:11 Uhr
 

Anchorage (Reuters) - Die vor der Küste von Alaska auf Grund gelaufene Ölbohrinsel "Kulluk" des Konzerns Royal Dutch Shell ist beschädigt, verliert aber kein Öl.

Bergungskräfte hätten berichtet, dass Wellen die Oberseite der Bohrinsel beschädigt hätten, erklärte der Konzern am Donnerstag. Rings um die "Kulluk" sei aber kein Ölfilm zu sehen. Ins Innere sei allerdings Wasser eingedrungen, mehrere Generatoren seien defekt. Wie schwer der Schaden ist und wann die vor den Kodiak-Inseln gestrandete Bohrinsel weggeschleppt werden kann, blieb offen.

Die 1983 gebaute "Kulluk" hat mehr als eine halbe Million Liter Diesel und andere Ölprodukte geladen. Sie hatte zur Überholung nach Puget Sound geschleppt werden sollen. Bei stürmischem Wetter riss sich die "Kulluk" jedoch los und trieb zu den Kodiak-Inseln.

Fraglich ist, wie sich der Unfall der "Kulluk" auf das 4,5 Milliarden Dollar teure und ohnehin umstrittene Ölförderprogramm des britisch-niederländischen Ölkonzerns vor Alaskas Küste auswirkt. Der Konzern wollte sich dazu zunächst nicht äußern und hofft, dass die Ölbohrinsel binnen weniger Tage geborgen werden kann.

Shell hatte mit seinen Plänen im vergangenen Jahr Umweltschützer und Bewohner der äußerst sensiblen Region gegen sich aufgebracht. Sie befürchten, dass der Konzern die Risiken der Ölförderung im Golf von Alaska unterschätzt.