Presse - Japan dürfte wegen Inselstreit Militäretat aufstocken

Samstag, 5. Januar 2013, 12:21 Uhr
 

Tokio (Reuters) - Vor dem Hintergrund des Inselstreits mit China will Japans neuer Ministerpräsident Shinzo Abe Presseberichten zufolge mit einem höheren Rüstungsetat Stärke demonstrieren.

Die Regierung erwäge für das im April beginnende Haushaltsjahr eine Aufstockung der Ausgaben um rund zwei Prozent auf umgerechnet 40,8 Milliarden Euro, berichtete die Zeitung "Mainichi" am Samstag ohne Quellenangabe. Mit dem zusätzlichen Geld sollten sowohl die Bodentruppen aufgestockt als auch die Ausrüstung der Streitkräfte insgesamt verbessert werden, hieß es ergänzend in einem Bericht des Blattes "Asahi".

Japan und China streiten sich über Inseln im Ostchinesischen Meer, die beide Länder für sich beanspruchen. Entzündet hatte sich der Konflikt im September, als Japan die im Privatbesitz befindlichen Inseln kaufte. Dies führte in China zu gewaltsamen antijapanischen Protesten und zum Boykott japanischer Produkte. Im Dezember schickte Japan demonstrativ acht Kampfflugzeuge in die Region, nachdem ein Flugzeug der chinesischen Marine die Inseln überflogen hatte. Abe hat eine harte Gangart angekündigt und eine Erhöhung der Militärausgaben. Seinen Worten zufolge ist Japan zu keinen Verhandlungen über die Inseln bereit.