Australien stellt sich auf verheerende Buschbrände ein

Montag, 7. Januar 2013, 13:50 Uhr
 

Canberra (Reuters) - Australien stellt sich angesichts der gegenwärtig extrem ungünstigen Wetterbedingungen auf die schlimmsten Buschbrände seit mehreren Jahren ein.

Bereits in fünf von sechs Bundesstaaten wüteten am Montag Feuer. Bislang gibt es keine Berichte über Todesopfer. Rettungskräfte und Polizisten durchkämmten nach eigenen Angaben in dem zu Australien gehörenden Inselstaat Tasmanien verkohlte Häuserruinen und Fahrzeuge und brachten Australier sowie Touristen in Sicherheit. Etwa 100 Vermisste konnten lebend gefunden werden. Meteorologen sagten für Dienstag noch schlechtere Wetterbedingungen voraus: Hohe Temperaturen, niedrige Luftfeuchtigkeit und starke Winde. Die Feuerwehr sprach von einem Schreckensszenario.

Regierungschefin Julia Gillard reiste in das Katastrophegebiet von Tasmanien und verschaffte sich einen Eindruck vom Zustand der Ortschaften. Freitag und Samstag hatten die Flammen dort mehrere Dörfer verwüstet. Gillard sagte den Einsatzkräften und Überlebenden Hilfe zu.

Allein im bevölkerungsreichsten Bundesstaat New South Wales und in der bergigen Waldregion rund um die Hauptstadt Canberra wurden 90 Brandherde gezählt. Dort stellt man sich auf das Schlimmste ein. "Die Winde peitschen das Feuer an", sagte der stellvertretende Chef der städtischen Feuerwehr, Michael Joyce, vor der Presse.

ERINNERUNG AN KATASTROPHE VON 2009

Die Menschen wurden aufgefordert, bei Bedrohung durch Feuer zu fliehen. Die Flammen dürften zu gewaltig sein, als dass sie rasch von den Einsatzkräften gelöscht werden könnten. "Diese Bedingungen sind ganz ohne Zweifel der Horror", sagte Rob Rogers von der Feuerwehr in New South Wales.

Die Umstände wecken Erinnerungen an das Jahr 2009: Damals waren am sogenannten "Schwarzen Samstag" bei Buschbränden im Bundesstaat Victoria 173 Menschen ums Leben gekommen. Der Schaden summierte sich auf mehr als vier Milliarden Dollar.