Vor Alaska gestrandete Bohrinsel in nahen Hafen geschleppt

Dienstag, 8. Januar 2013, 08:02 Uhr
 

Anchorage (Reuters) - Die vor einer Woche vor der Küste Alaskas auf Grund gelaufene Ölbohrinsel ist in einen nahe gelegen Hafen der Kodiak-Inseln geschleppt worden.

Die Bohrinsel "Kulluk" habe die 50 Kilometer langen Strecke bis nach Kiliuda Bay gut überstanden, teilte der Betreiberkonzern Royal Dutch Shell am Montag in Anchorage mit. Alles sei wie erwartet verlaufen. Hinweise auf Lecks in den Diesel-Tanks seien nicht gefunden worden. Spezialisten sollen nun klären, wie schwer die "Kulluk beschädigt ist. An der Bergungsaktion waren mehr als 630 Menschen beteiligt. Die Höhe der Kosten, die Shell komplett übernehmen will, ist noch unklar.

Die 1983 gebaute Bohrinsel hat mehr als eine halbe Million Liter Diesel und andere Ölprodukte geladen. Sie hatte zur Überholung nach Puget Sound geschleppt werden sollen. Bei stürmischem Wetter riss sich die "Kulluk" jedoch los und trieb zu den Kodiak-Inseln. Fraglich ist, wie sich der Unfall auf das 4,5 Milliarden Dollar teure und ohnehin umstrittene Ölförderprogramm des britisch-niederländischen Ölkonzerns vor Alaskas Küste auswirkt. Shell hatte mit seinen Plänen im vergangenen Jahr Umweltschützer und Bewohner der Region gegen sich aufgebracht. Sie befürchten, dass der Konzern die Risiken der Ölförderung im Golf von Alaska unterschätzt.