Hitzewelle und Buschbrände halten Australier in Atem

Dienstag, 8. Januar 2013, 10:51 Uhr
 

Canberra (Reuters) - In Australien haben die schlimmsten Buschbrände seit Jahren am Dienstag einen Höhepunkt erreicht.

Todesopfer und größere Schäden wurden zuhnächst aber nicht bekannt. Die Feuerwehr war im Einsatz gegen Hunderte von Bränden, die von der extremen Hitze und den kräftigen Winden immer wieder angefacht wurden. Im Südosten des Landes mussten Hunderte Menschen ihre Häuser verlassen. Zahlreiche Menschen wurden vermisst. Die Temperaturen kletterten auf mehr als 45 Grad. Die Wetterbehörden mussten ihre Messskala nun sogar um zwei Farbkategorien erweitern, um den erwarteten Temperaturanstieg abbilden zu können. Die Einsatzkräfte hoffen nun auf eine kurzzeitige Entspannung, denn es wird mit vorübergehenden Temperaturabfall um rund 20 Grad gerechnet. Bis Montag allerdings sollen sie im Landesinneren wieder deutlich steigen - auf bis zu 54 Grad.

TEER SCHMILZT

Feuer wüteten in fünf von sechs Bundesstaaten. In dem zu Australien gehörenden Inselstaat Tasmanien wurden zahlreiche Häuser zerstört. Allein am Dienstag gerieten 40 Brände außer Kontrolle. Im bevölkerungsreichsten Bundesstaat New South Wales wurden fünf Regionen zum Katastrophengebiet erklärt. Hier können die Einsatzkräfte die Brände nicht in den Griff bekommen. Die Menschen sind angewiesen, ihre Häuser zu verlassen.

In Sydney, der größten Stadt des Landes, strömten Tausende Menschen bei Temperaturen von 41,8 Grad an den Strand. Die größte Autobahn des Landes zwischen Sydney und Melbourne war kurzzeitig wegen der Brände unterbrochen. "Die Hitze ist so intensiv, dass der Teer auf der Straße anfängt zu schmelzen und an meinen Schuhen haftet", sagte ein Australier.

Die Umstände wecken Erinnerungen an das Jahr 2009: Damals waren am sogenannten "Schwarzen Samstag" bei Buschbränden im Bundesstaat Victoria 173 Menschen ums Leben gekommen. Der wirtschaftliche Schaden summierte sich auf mehr als vier Milliarden Dollar.