Irland setzt bei Ausstieg aus Rettungsschirm auf Europas Hilfe

Dienstag, 8. Januar 2013, 14:18 Uhr
 

Wildbad Kreuth (Reuters) - Irland setzt bei der geplanten Loslösung vom Tropf internationaler Geldgeber auf die Hilfe Europas.

"Unsere wirtschaftliche Situation ist nach wie vor fragil und bedarf der Unterstützung der europäischen Kollegen", sagte Ministerpräsident Enda Kenny am Dienstag im oberbayerischen Wildbad Kreuth. Die Hilfe Europas sei nötig, um das Reformprogramm abschließen zu können, sagte Kenny, der als Gast der CSU-Landesgruppe deren Klausurtagung über die Entwicklung seines Landes berichtete. Irland will als erster Staat den Rettungsschirm verlassen. Um Ende 2013 ohne internationale Hilfen auszukommen, fordert die Regierung zugesagte Erleichterungen für seine Rettungskredite ein.

Die Schieflage der Finanzbranche hatte Irland vor rund zwei Jahren als erstes Land unter den Euro-Rettungsschirm gezwungen. Von EU, EZB und IWF wurde der Inselstaat mit 85 Milliarden Euro unterstützt. In die Rettung seiner Banken steckte Irland 64 Milliarden Euro. Die Regierung will den Zinssatz für die Kredite drücken, um die Wirtschaft weiter ankurbeln und den Schuldenberg abtragen zu können. Darüber wird noch verhandelt.

Kenny sagte, er habe den CSU-Abgeordneten die Anstrengungen seines Landes geschildert und auch die stetigen Fortschritte. Das sei "nicht nur eine schöne Geschichte für Irland, sondern für Europa insgesamt". Irland gehört zu den wenigen Euro-Ländern, deren Wirtschaft zuletzt wuchs. Im Dezember brachte die Regierung das sechste Sparpaket seit 2008 auf den Weg. Irland habe sich verpflichtet, das Programm bis 2014 weiter zu verfolgen, sagte Kenny. "Was Europa vorgegeben hat, muss voll durchgezogen werden."