Blatt - Türkei und PKK-Chef Öcalan einigen sich bei Kurden-Frage

Dienstag, 8. Januar 2013, 19:06 Uhr
 

Istanbul (Reuters) - Die türkische Regierung und der inhaftierte PKK-Chef Abdullah Öcalan haben sich einem Zeitungsbericht zufolge auf ein Rahmenwerk zur Lösung des Kurden-Konflikts geeinigt.

Demnach ist die verbotene kurdische Arbeiterpartei bereit, einer Entwaffnung der Rebellen zustimmen. Im Gegenzug sollen den Kurden mehr Rechte in der Türkei eingeräumt werden, wie die Tageszeitung "Radikal" am Dienstag berichtete. Tausende Gefangene, denen Verbindungen zur PKK vorgeworden werden, sollen außerdem freikommen.

Eine offizielle Bestätigung des Berichts war nicht zu erhalten. Die Zeitung ging auch nicht genauer auf ihre Quellen ein, ihre Berichte über Kurden-Themen sind aber in der Regeln verlässlich.

Die Verhandlungen zwischen der Regierung und Öcalan wurden vor wenigen Tagen bekannt. Normalerweise finden Gespräche mit der PKK im Geheimen statt. Dass sie jetzt öffentlich eingeräumt wurden, ließ Hoffnung aufkommen, dass eine Lösung zur Beilegung der Gewalt erzielt werden könnte.

Seit 1984 wurden in dem Konflikt zwischen Kurden und der türkischen Regierung 40.000 Menschen getötet. Öcalan wurde 1999 zum Tode verurteilt, 2002 wurde die Strafe in lebenslange Haft umgewandelt. Er hatte 1974 die PKK gegründet, die für politische Autonomie der von Kurden besiedelten Gebiete vor allem im Osten der Türkei kämpft.