PKK verlangt nach Kurdinnen-Tötung Aufklärung von Frankreich

Freitag, 11. Januar 2013, 16:05 Uhr
 

Istanbul/Ankara (Reuters) - Nach der Tötung dreier Kurdinnen in Paris verlangt die PKK von Frankreich eine vollständige Aufklärung.

Ansonsten werde die Regierung in Paris für das "Massaker an den Kampfgefährten" zur Verantwortung gezogen, erklärte der bewaffnete Flügel der Arbeiterpartei Kurdistans am Freitag auf deren Internetseite. Es habe sich um einen vorsätzlichen und organisierten Angriff gehandelt. Die Türkei versetzte ihre Botschaften in Alarmbereitschaft und bat die französischen Behörden, die Sicherheitsvorkehrungen zu erhöhen, wie ein Regierungsvertreter sagte.

Der gewaltsame Tod mitten in der französischen Hauptstadt sorgt für Entsetzen. Die Frauen waren in der Nacht zum Donnerstag erschossen in den Räumen des Kurdischen Instituts aufgefunden worden, das eng mit der PKK verbunden ist. Eines der Opfer war PKK-Gründungsmitglied. Der französische Innenminister Manuel Valls sprach von einer regelrechten Hinrichtung.

Die Hintergründe der Tat sind unklar. Die Türkei verhandelt derzeit mit Abdullah Öcalan, dem inhaftierten Chef der von der Europäischen Union als Terror-Organisation eingestuften PKK. Ob dies mit der Tötung zusammenhängt ist ebenso offen wie die Frage, ob die Frauen Opfer interner Streitigkeiten geworden sind. Die PKK kämpft seit Jahrzehnten gewaltsam für mehr Autonomie der Kurden in der Türkei.

 
Flags, flowers and candles displayed by members of the Kurdish community are seen in front of the entrance of the Information Centre of Kurdistan in Paris, where three Kurdish women were found shot dead, January 11, 2013. REUTERS/Christian Hartmann (FRANCE - Tags: POLITICS CRIME LAW)