Frankreich - Geisel stirbt bei Befreiungsversuch in Somalia

Samstag, 12. Januar 2013, 12:19 Uhr
 

Paris/Mogadischu (Reuters) - In Somalia ist ein seit mehr als drei Jahren von Islamisten festgehaltener französischer Soldat nach Angaben der Pariser Regierung bei einem Befreiungsversuch getötet worden.

Neben Denis Allex seien zwei weitere Soldaten sowie 17 somalische Kämpfer ums Leben gekommen, teilte das Außenministerium am Samstag mit. Bei dem Einsatz sei es zu schweren Gefechten gekommen, Allex sei dabei von seinen Geiselnehmern getötet worden. Allex war 2009 in Mogadischu von Milizen der mit Al-Kaida verbundenen Schabaab-Miliz verschleppt worden. Die Entführer hätten den Franzosen unter unmenschlichen Bedingungen festgehalten, erklärte das Außenministerium weiter. Deshalb habe sich die Regierung zu dem Einsatz entschlossen.

Regionalvertreter in Somalia berichteten ebenfalls von Kämpfen, bei denen zwei Zivilisten ums Leben gekommen seien. Das Schicksal des Franzosen ging aus diesen Informationen sowie aus Angaben von Rebellen jedoch nicht hervor.

Für die Freilassung von Allex hatten die Islamisten eine Reihe von Forderungen gestellt. So verlangten sie, dass Frankreich seine Unterstützung für die Regierung Somalias einstellt und die Afrikanische Union ihre Friedenstruppen abzieht. Die Soldaten unterstützen in dem weitgehend rechtslosen Land am Horn von Afrika den Kampf gegen die Rebellen.

Ein mit Allex verschleppter Landsmann konnte kurz nach seiner Entführung fliehen. Im Oktober tauchte auf einer islamistischen Internetseite ein Video auf, in dem Allex um sein Leben fürchtete und den französischen Präsidenten Francois Hollande um Verhandlungen für seine Freilassung bat. Hollande sagte damals Gespräche zu.