Greenpeace: Luftqualität in Peking so schlecht wie nie zuvor

Sonntag, 13. Januar 2013, 11:00 Uhr
 

Peking (Reuters) - Die Luft in der chinesischen Hauptstadt Peking ist nach Angaben von Greenpeace derzeit so stark verschmutzt wie nie zuvor.

Nicht nur offizielle Messungen zeigten an diesem Wochenende die stärksten Verunreinigung seit Beginn der Aufzeichnungen, sondern auch Kontrolluntersuchungen der US-Botschaft, erklärte ein Sprecher der Umweltschutz-Organisation. Amtliche Messungen ergaben Verschmutzungen, die die empfohlenen Grenzwerte um das 30- bis 45-Fache überstiegen. Die zuständigen Behörden forderten die Einwohner dazu auf, in ihren Häusern zu bleiben. Die Wetterlage halte die Abgase in der Stadt fest, und in den kommenden zwei Tagen sei keine Besserung zu erwarten, hieß es.

"In einigen Regionen der benachbarten Provinz Hebei sieht es sogar noch schlechter aus", erklärte Greenpeace-Vertreter Zhou Rong, der Abgase aus dem Umland für die Verschmutzung in Peking mitverantwortlich machte. Die Hauptstadt selbst hat sich zwar zu Maßnahmen für die Verbesserung der notorisch schlechten Luftqualität verpflichtet und deshalb einen Großteil der Schwerindustrie aus dem Stadtgebiet verbannt. Viele Regionen in der Umgebung verfolgten solche Ziele jedoch nicht und schränkten noch nicht einmal die Verbrennung von Kohle ein, erklärte Zhou weiter.

Amtlichen Angaben vom Sonntag zufolge stieg die Feinstaub-Konzentration an einigen Messstationen auf Werte von 600 bis 900 Mikrogramm pro Kubikmeter. Die Weltgesundheitsorganisation hält eine Konzentration von mehr als 20 Mikrogramm pro Kubikmeter an Feinpartikeln für bedenklich.