Frauen in Syrien leiden besonders unter der Gewalt

Montag, 14. Januar 2013, 17:34 Uhr
 

Beirut (Reuters) - Im Bürgerkrieg in Syrien sind insbesondere Frauen und Mädchen Opfer von physischer und sexueller Gewalt.

Für viele sei dies der Hauptgrund, aus dem Land zu fliehen, teilte die US-Hilfsorganisation International Rescue Committee am Montag mit. Frauen würden verschleppt, vergewaltigt, gefoltert und getötet. Oftmals komme es vor den Augen der Familien zu Gruppenvergewaltigungen.

Flüchtlinge im Libanon und in Jordanien berichteten über Angriffe bewaffneter Männer sowohl Zuhause als auch in aller Öffentlichkeit. Auch in den Flüchtlingslagern seien Frauen nicht sicher. In allen Kriegs- und Katastrophengebieten seien Frauen und Mädchen Opfer. "Syrien ist da keine Ausnahme", erklärte die Organisation. Sowohl Regierungstruppen als auch Rebellenkämpfern werden massive Menschenrechtsverletzungen vorgeworfen.

In dem seit knapp zwei Jahren andauernden Konflikt wurden bislang nach Schätzungen der Vereinten Nationen mehr als 60.000 Menschen getötet. Mehr als 600.000 Syrer sind ins Ausland geflohen, zwei Millionen sind in Syrien selbst auf der Flucht vor der Gewalt. Vier Millionen Syrer benötigen humanitäre Hilfe.

Eine Lösung des Konflikts ist nicht absehbar. Die Kämpfe hielten am Montag an. Bei einem Luftangriff auf eine von Rebellen besetzte Stadt in der Nähe von Damaskus wurden nach Angaben von Aktivisten 20 Menschen getötet. Unter den Opfern seien Frauen und Kinder zweier Familien, sagte ein Bewohner des Orts Moadamije. Die in Großbritannien ansässige Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte sprach von mindestens 13 Toten. Deren Zahl könne aber noch steigen, da viele Verletzte in Lebensgefahr schwebten. Das staatliche Fernsehen berichtete, Terroristen hätten eine Granate auf Moadamije abgefeuert und dabei ein Wohnhaus getroffen und Zivilisten getötet. Die Informationen konnten von unabhängiger Seite nicht überprüft werden.

Nach Berichten der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch setzt die syrische Armee in zunehmendem Maße Streumunition ein. Die international geächteten Waffen setzen viele kleine Sprengsätze frei. Von ihnen geht auch deshalb eine besondere Gefahr aus, weil viele zunächst nicht explodieren und eine ständige Bedrohung für die Menschen sind.

 
Syrian refugees walk near newly pitched tents at the Al-Zaatari refugee camp in the Jordanian city of Mafraq, near the border with Syria, January 1, 2013. REUTERS/Ali Jarekji (JORDAN - Tags: POLITICS CIVIL UNREST SOCIETY IMMIGRATION)