UN sehen schwere Menschenrechtsverstöße in Nordkorea

Montag, 14. Januar 2013, 17:36 Uhr
 

Genf (Reuters) - Rund ein Jahr nach dem Machtwechsel in Nordkorea hat sich die Menschenrechtslage nach Einschätzung der Vereinten Nationen nicht gebessert.

Es gebe keine Anzeichen für eine Verbesserung unter Staatschef Kim Jong Un, sagte die UN-Menschenrechtskommissarin Navi Pillay am Montag. Durch Folter und Exekutionen politischer Gefangener könnte es in dem abgeschotteten asiatischen Land zu Verbrechen gegen die Menschlichkeit gekommen sein. Deshalb sei eine ausführliche Untersuchung längst überfällig. Nordkorea wies die Anschuldigungen zurück. "In unserem Land kommt es nicht zu derartigen Verbrechen", sagte der stellvertretende nordkoreanische Botschafter bei den UN in Genf, Ri Jang Gon, der Nachrichtenagentur Reuters.

Pillay kritisierte vor allem die Lager für politische Gefangene, in denen vermutlich mindestens 200.000 Menschen einsitzen. Hier seien Folter, Vergewaltigungen, Exekutionen und Sklavenarbeit weit verbreitet. Die Todesstrafe wird nach den Worten Pillay oftmals für kleinere Verstöße verhängt - teilweise ohne jedes Rechtsverfahren. Pillay sagte, sie habe im Dezember zwei Überlebende eines Arbeitslagers getroffen. Deren Berichte seien erschütternd gewesen. Einer der Männer habe seit seiner Geburt im Lager gelebt und sei gefoltert worden. Mit 14 habe er die Exekution seiner Mutter und seines Bruders mit ansehen müssen. Pillay erklärte, sie bedauere, dass die Sorgen der internationalen Gemeinschaft wegen Nordkoreas umstrittenen Atomprogramms und der Raketenstarts "die bedauernswerte Lage der Menschenrechte" überlagerten.

 
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