Indien droht Pakistan im Kaschmir-Konflikt mit Vergeltung

Montag, 14. Januar 2013, 17:27 Uhr
 

Neu-Delhi (Reuters) - Nach der Tötung zweier Soldaten in Kaschmir hat Indien dem Nachbarland Pakistan mit Vergeltung gedroht.

Armeechef Bikram Singh erklärte am Montag in Neu-Delhi, er erwarte von seinen Befehlshabern in der umstrittenen Region eine aggressive und offensive Reaktion auf Provokationen. Solange Pakistan den Waffenstillstand einhalte, werde auch Indien sich daran gebunden fühle. Die Gefechte in der Himalaya-Region, die beide Seiten für sich beanspruchen, waren die schwersten seit Inkrafttreten des Waffenstillstands vor neun Jahren.

Für besonderen Unmut sorgen in Indien Berichte über die Enthauptung eines der Soldaten. Seine Familie ist in den Hungerstreik getreten und verlangt die Übersendung der Leiche. Pakistan nennt die Vorwürfe Propaganda. Beide Seiten haben sich gegenseitig für die jüngste Eskalation der seit Jahren immer wieder vorkommenden Scharmützel verantwortlich gemacht. Politische Beobachter rechnen aber trotz der scharfen Töne des indischen Armee-Chefs nicht mit einem Abbruch der Beziehungen der beiden atomar bewaffneten Staaten. Vielmehr habe Singh die Moral seiner Soldaten stärken wollen und auf den Unmut der Öffentlichkeit reagieren wollen. Indien und Pakistan haben seit der Unabhängigkeit von Großbritannien 1947 drei Kriege gegeneinander geführt, zwei davon um Kaschmir.