Berlusconi scheitert mit Einspruch gegen Sex-Verfahren

Montag, 14. Januar 2013, 17:51 Uhr
 

Mailand (Reuters) - In Italien könnte ein Gerichtsprozess dem früheren Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi den Wahlkampf verhageln.

Der 76-Jährige scheiterte am Montag vor einem Mailänder Gericht mit dem Versuch, das Verfahren wegen des Vorwurfs des bezahlten Sex mit einer Minderjährigen bis zur Parlamentswahl Ende Februar zu unterbrechen. Die drei Richter folgten nicht Berlusconis Argument, wonach er als Chef eines Wahlbündnisses vor dem Votum keine Zeit habe, dem Prozess beizuwohnen. Berlusconi-Anwalt Niccolo Ghedini kritisierte die Entscheidung als schweren Eingriff in den Wahlkampf. Das Urteil werde mit Sicherheit vor dem Urnengang am 24./25. Februar fallen.

Berlusconi wird vorgeworfen, für Sex mit der damals minderjährigen Marokkanerin Karima El Mahroug bezahlt zu haben. Der Milliardär weist die Vorwürfe zurück. Auch die als "Ruby die Herzensbrecherin" bekannte Nachtclub-Tänzerin sagte, sie habe nicht mit dem Medienunternehmer geschlafen. Berlusconi drohen bis zu 15 Jahre Haft. Berlusconis Volk der Freiheit liegt in den Umfragen bislang deutlich hinter dem Mitte-Links-Lager, das als Favorit gilt.