Islamisten in Algerien verschleppen mehrere Ausländer

Mittwoch, 16. Januar 2013, 17:56 Uhr
 

Algier (Reuters) - In Algerien haben islamistische Milizen am Mittwoch eine Gruppe Ausländer verschleppt.

Bei der Geiselnahme der mindestens sieben Arbeiter auf einem Erdgasfeld im Süden des nordafrikanischen Landes sei ein Franzose getötet worden, verlautete aus lokalen Behördenkreisen. Fünf Japaner sowie ein Franzose seien verschleppt worden. Zunächst blieb unklar, ob es sich bei dem getöteten und dem entführten Franzosen um ein und dieselbe Person handelt. Auch ein Ire sei unter den Geiseln, teilte die Regierung in Dublin mit. Der mauretanischen Nachrichtenagentur Ani zufolge bekannte sich eine Al-Kaida-nahe Gruppe zu dem Übergriff.

Das betroffene Gasfeld liegt nahe der Grenze zu Libyen und ist rund 1300 Kilometer von der Hauptstadt Algier entfernt. Die Produktionsstätte wird von einem Gemeinschaftsunternehmen betrieben, an dem sich unter anderem BP, die norwegische Statoil und das algerische Staatsunternehmen Sonatrach beteiligen. Algerien hat Frankreich für die Militärintervention in Mali Überflugrechte eingeräumt. Ob es eine Verbindung zu dem Einsatz im Nachbarland gibt, war unklar.

Ani berichtete weiter, die Geiseln würden von Islamisten unter dem Kommando von Mochtar Belmochtar gefangengehalten. Belmochtar hatte jahrelang Al-Kaida-Kämpfer in der Sahara angeführt. Ende vergangenen Jahres gründete er seine eigene Islamisten-Miliz.