Islamisten in Algerien verschleppen und töten Ausländer

Mittwoch, 16. Januar 2013, 18:35 Uhr
 

Algier (Reuters) - In Algerien haben islamistische Milizen am Mittwoch nach eigenen Angaben bis zu 41 Ausländer verschleppt.

Bei der Geiselnahme auf einem Erdgasfeld im Süden des nordafrikanischen Landes wurden verschiedenen Berichten zufolge drei Menschen getötet, darunter ein Brite und ein Franzose. Mauretanischen Medienberichten zufolge bekannte sich eine Al-Kaida-nahe Gruppe zu dem Angriff. Dieser sei die Rache dafür, dass Algerien Frankreich für den Militäreinsatz im benachbarten Mali Überflugrechte gewährte.

Nach Angaben der algerischen Regierung fuhren die Angreifer im Morgengrauen schwer bewaffnet mit drei Fahrzeugen vor. Die Betreiberfirma BP erklärte am Nachmittag, Teile der betroffenen Gas-Anlage - nahe der Grenze zu Libyen und rund 1300 Kilometer von der Hauptstadt Algier entfernt - seien noch immer von Bewaffneten besetzt. Nach Angaben der örtlichen Behörden befanden sich unter den Entführten fünf Japaner und ein Franzose. Anderen Angaben zufolge wurden auch ein Ire, ein US-Bürger sowie ein Norweger verschleppt.

Die Produktionsstätte wird von einem Gemeinschaftsunternehmen betrieben, an dem sich neben BP auch die norwegische Statoil und das algerische Staatsunternehmen Sonatrach beteiligen. Algerien hat Frankreich für die Militärintervention in Mali Überflugrechte eingeräumt.

Die mauretanische Agentur Ani, die oft Kontakt zu Islamisten hat, berichtete weiter, die Geiseln würden von Islamisten unter dem Kommando von Mochtar Belmochtar gefangengehalten. Belmochtar hatte jahrelang Al-Kaida-Kämpfer in der Sahara angeführt. Ende vergangenen Jahres gründete er seine eigene Islamisten-Miliz.

 
Lars Christian Bacher, director for international affairs at Norwegian oil firm Statoil, gives a news conference in regards to the attack at gas field in Algeria, at Stavanger, Norway in this picture provided by Scanpix January 16, 2013. Islamist militants attacked a gas field in Algeria on Wednesday, claiming to have kidnapped up to 41 foreigners including seven Americans in a dawn raid in retaliation for France's intervention in Mali, according to regional media reports. The gas field is operated by a joint venture including BP , Statoil and Algerian state company Sonatrach. REUTERS/Kent Skibstad/Scanpix (NORWAY - Tags: POLITICS ENERGY) ATTENTION EDITORS - THIS IMAGE WAS PROVIDED BY A THIRD PARTY. FOR EDITORIAL USE ONLY. NOT FOR SALE FOR MARKETING OR ADVERTISING CAMPAIGNS. NORWAY OUT. NO COMMERCIAL OR EDITORIAL SALES IN NORWAY. THIS PICTURE IS DISTRIBUTED EXACTLY AS RECEIVED BY REUTERS, AS A SERVICE TO CLIENTS