UN - Folter weitverbreitet in afghanischen Gefängnissen

Montag, 21. Januar 2013, 07:45 Uhr
 

Kabul (Reuters) - Folter ist nach Erkenntnissen der Vereinten Nationen immer noch weit verbreitet in afghanischen Gefangenen-Einrichtungen.

Dafür gebe es "glaubwürdige und verlässliche Beweise", hieß es in einem am Sonntag veröffentlichten Bericht der UN-Unterstützungsmission in Afghanistan (UNAMA). Sie berief sich auf Befragungen von 635 Gefangenen in 89 Einrichtungen der afghanischen Sicherheitskräfte und des afghanischen Geheimdienstes NDS zwischen Oktober 2011 und Oktober 2012. Mehr als die Hälfte davon seien demnach gefoltert oder misshandelt worden. Dazu zählten das Schlagen mit Rohren oder Holzstöcken, Elektroschocks, Vergewaltigung, das Herausreißen von Fingernägeln oder die Androhung einer Exekution. Betroffen waren dem Bericht nach auch Gefangene, die in der Zeit von den Nato-Truppen an die afghanischen Behörden übergeben wurden.

In dem Bericht wird ein namentlich nicht genannter NDS-Vertreter zitiert, der die Anwendung von Folter durch den Geheimdienst bestätigt. Dies geschehe an "mehreren geheimen Orten". Ein NDS-Sprecher verwies auf das Präsidialamt in Kabul für eine Stellungnahme. Dieses erklärte, sich am Montag äußern zu wollen.