Französische Truppen erobern Rebellen-Hochburgen in Mali

Montag, 21. Januar 2013, 18:24 Uhr
 

Diabaly (Reuters) - Bei ihrem Vormarsch in den Norden Malis sind französische und einheimische Truppen am Montag in die bisherige Rebellenhochburg Diabaly eingerückt.

Der 350 Kilometer von der Hauptstadt Bamako entfernt liegende Ort war bisher der wichtigste Stützpunkt der islamistischen Kämpfer südlich der Frontstädte Mopti und Sevare. Die Regierung in Paris wertete den Vorstoß als Erfolg im Kampf gegen die Aufständischen. Über die Lage in der ehemaligen französischen Kolonie soll nach einem Vorschlag der Europäischen Union (EU) Anfang Februar auf einer internationalen Konferenz beraten werden.

Diabaly werde jetzt gesichert, erklärte der Vizekommandeur der malischen Streitkräfte im benachbarten Niono. Bewohner der Stadt selbst sagten, die Rebellen seien nach französischen Luftangriffen geflohen oder versuchten, sich unter die Zivilbevölkerung zu mischen und so nicht erkannt zu werden. Mit Douentza brachte das malisch-französische Bündnis am Montag eine weitere Stadt in Zentral-Mali unter seine Kontrolle. Auch aus diesem 800 Kilometer nordöstlich von Bamako gelegenen Ort haben sich die Rebellen nach Angaben von Bewohnern zurückgezogen, nachdem die französische Luftwaffe ihn bombardiert hatte.

Der Vorstoß der malischen Armee in bisher von der gegnerischen Seite gehaltene Städte sei ein militärischer Erfolg für die Regierung in Bamako als auch für die französischen Truppen, erklärte der französische Verteidigungsminister Jean-Yves Le Drian. Das französische Militär unterstützt die malischen Streitkräfte im Kampf gegen Aufständische im Norden, die kurz vor Beginn des Einsatzes in Richtung Bamako im Süden vorzudringen drohten. Im Westen wird befürchtet, dass Mali zu einer neuen Drehscheibe für islamistische Kämpfer wird. Zur Unterstützung des Militäreinsatzes entsandte Deutschland zwei Transportmaschinen vom Typ Transall.

Ein internationales Minister-Treffen könne am 5. Februar in Brüssel stattfinden, sagte ein Sprecher der EU-Außenbeauftragten Catherine Ashton. Es solle gemeinsam mit den Ländern der Westafrikanischen Wirtschaftsunion Ecowas sowie den Vereinten Nationen und der Afrikanischen Union organisiert werden.

Der Mali-Einsatz rückte in den vergangenen Tagen verstärkt ins Interesse der Öffentlichkeit, weil Islamisten im benachbarten Algerien mit einer Geiselnahme auch ausländischer Arbeiter einer Erdgasanlage ein Ende der Intervention erzwingen wollten. Mindestens 80 Menschen starben, nachdem algerische Truppen den Industriekomplex in der Sahara gestürmt hatten.

 
A French soldier stands guard in front of charred pickup trucks used by Islamist rebels in Diabaly January 21, 2013. French and Malian armoured columns rolled into the central Mali town of Diabaly on Monday after the al Qaeda-linked Islamist rebels who seized it a week ago melted into the bush to avoid air strikes. The pickup trucks were destroyed during fighting between the Malian army and rebels. REUTERS/Joe Penney (MALI - Tags: POLITICS MILITARY CIVIL UNREST CONFLICT)