Asmussen warnt vor Folgen einer Staatspleite Zyperns

Dienstag, 22. Januar 2013, 12:01 Uhr
 

Brüssel (Reuters) - EZB-Direktor Jörg Asmussen hat die Regierungen der Euro-Zone davor gewarnt, Zypern die beim Euro-Rettungsschirm ESM beantragten Milliarden-Hilfen zur Stabilisierung seines Staatshaushalts zu verweigern.

Das Direktoriumsmitglied der Europäischen Zentralbank (EZB) sagte der Nachrichtenagentur Reuters am Dienstag in Brüssel: "Eine ungeordnete Entwicklung in Zypern könnte die im vergangenen Jahr gemachten Fortschritte bei der Stabilisierung der Euro-Zone unterminieren." Das Land sei klein, könne aber dennoch systemrelevant für die gesamte Euro-Zone sein.

Die zyprische Regierung hatte beim ESM Hilfen von gut 17 Milliarden Euro beantragt, vornehmlich, um seine Banken zu stabilisieren. In der Euro-Zone wird kritisiert, die Regierung unternehme zu wenig, um die EU-Geldwäschestandards einzuhalten.

Asmussen sagte am Rande eines EU-Finanzministertreffens, normalerweise würde man annehmen, dass die Folgen einer Pleite Zyperns begrenzt wären. "Aber man sollte auch erkennen, dass die Lage nicht normal ist", warnte er: "Die Lage (in der Euro-Zone) ist noch immer fragil." So könnte eine ungeordnete Entwicklung in Zypern Griechenland in Mitleidenschaft ziehen, was wiederum für Staatsanleihen anderer Länder negative Folgen haben könnte.

"Vor diesem Hintergrund erwarte ich, dass eine Entscheidung über den Hilfsantrag Ende März fallen könnte", sagte Asmussen. Dabei müsse auch die Geldwäscheproblematik geklärt werden.