Opposition - Syrien greift mit Milizen-Heer Sunniten in Homs an

Freitag, 25. Januar 2013, 15:28 Uhr
 

Amman (Reuters) - Die syrische Armee geht nach Angaben der Opposition mit Unterstützung Tausender Milizionäre verstärkt gegen Sunniten in der strategisch wichtigen Stadt Homs vor.

Etwa 15.000 Zivilisten seien im Süden und Westen der Stadt nördlich von Damaskus eingeschlossen, sagten Aufständische am Freitag per Telefon. Seit Sonntag seien mindestens 120 von ihnen und 30 Kämpfer der Opposition durch Raketen- und Artilleriebeschuss oder Bombenangriffen getötet worden. Die reguläre Armee werde durch mindestens 10.000 Mitglieder der Schabbiha-Miliz aus Tartus verstärkt. "Deren Spezialität besteht darin, zu plündern und Zivilisten zu töten", sagte ein Sprecher der Opposition.

Die Angaben aus Syrien können praktisch nicht überprüft werden, weil unabhängige Medien kaum Zugang haben. Die syrische Regierung hat sich nicht zur jüngsten Offensive geäußert. Die Staatsmedien haben jedoch in der Vergangenheit von einer Notwendigkeit gesprochen, Homs von Terroristen "zu säubern".

Homs liegt etwa auf halbem Weg zwischen den Großstädten Damaskus und Aleppo. Hier laufen wichtige Nord-Süd- und Ost-West-Verbindungen zusammen, die für Truppenbewegungen von großer Bedeutung sind. Bei dem seit fast zwei Jahren anhaltenden Bürgerkrieg sind Schätzungsweise 60.000 Menschen ums Leben gekommen. Der Konflikt trägt religiöse Züge: Präsident Baschar al-Assad gehört zu der Minderheit der Alawiten, während die Aufständischen sich insbesondere aus der sunnitischen Mehrheit rekrutieren.