UN-Generalsekretär fordert Hilfe für syrische Flüchtlinge

Mittwoch, 30. Januar 2013, 12:02 Uhr
 

Kuwait (Reuters) - UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hat von der internationalen Gemeinschaft mehr Hilfen für Millionen notleidende Syrer eingefordert.

Die Reaktionen auf entsprechende Bitten der UN seien bislang sehr verhalten, sagte Ban auf einer Geberkonferenz am Mittwoch in Kuwait. "Wie viele Menschen sollen noch sterben, wenn sich die jetzige Lage nicht ändert?" Er forderte die Rebellen und vor allem die syrische Regierung auf, die Gewalt zu stoppen. In dem Bürgerkrieg sind nach UN-Schätzungen mehr als 60.000 Menschen ums Leben gekommen.

Ban fordert von der Staatengemeinschaft 1,5 Milliarden Dollar, um 700.000 syrischen Flüchtlingen in Nachbarstaaten zu helfen. Im Land selbst sind zudem Millionen Menschen obdachlos und müssen hungern. Ban beklagte vor allem die Lage der Kinder. Kuwait und die Vereinigten Arabischen Emirate versprachen Hilfen von jeweils 300 Millionen Dollar. US-Präsident Barack Obama kündigte an, die Hilfen seines Landes um 155 Millionen Dollar aufzustocken. Deutschland stellt nach Angaben des Auswärtigen Amtes umgerechnet weitere 13,5 Millionen Dollar zu Verfügung.

Ban beklagte eine katastrophale Lage in Syrien, die sich täglich verschlimmere. Jeden Tag müssten die Syrer Gräueltaten ertragen. Dazu gehöre auch sexuelle Gewalt. Der internationale Syrien-Gesandte Lakhdar Brahimi warnte unterdessen im UN-Sicherheitsrat vor einem Zerfall des Bürgerkriegslandes. Präsident Baschar al-Assad werde es möglicherweise gelingen, sich vorerst an der Macht zu halten. Aber die Legitimität der syrischen Führung sei wahrscheinlich unwiderruflich beschädigt, sagte Brahimi.

Der Sicherheitsrat streitet darüber, wie er sich in dem Konflikt verhalten soll. Drei Resolutionen, in denen Assads Vorgehen gegen die Protestbewegung verurteilt worden wäre, scheiterten am Veto Russlands und Chinas. Russland wirft westlichen und arabischen Staaten vor, die Rebellen in Syrien zu unterstützen.

 
A general view shows the damage in the main street of al-Sabaa Bahrat in old Aleppo, January 29, 2013. REUTERS/Zain Karam (SYRIA - Tags: POLITICS CIVIL UNREST)