Neuer Streik in Griechenland - Ärzte und Lokführer im Ausstand

Donnerstag, 31. Januar 2013, 11:14 Uhr
 

Athen (Reuters) - In Griechenland haben am Donnerstag Ärzte und Mitarbeiter des Transportwesens wie Lokführer und Schiffskapitäne die Arbeit niedergelegt.

Mit dem Ausstand wollen die Beschäftigten gegen den Sparkurs der Regierung protestieren, den die internationalen Geldgeber im Gegenzug für Milliarden-Hilfen fordern. In der Hauptstadt Athen war der öffentliche Nahverkehr erheblich eingeschränkt. Die Fahrer von Bussen, Trams und Zügen beteiligten sich an dem Streik. Die Kapitäne traten ebenfalls in einen 48-stündigen Ausstand. Fähren und Schiffe blieben in dem inselreichen Land in den Häfen. In den Krankenhäusern gab es lediglich eine Notversorgung. Auch Krankenschwestern und andere Mitarbeiter des Sektors beteiligten sich an dem Ausstand. Die für den öffentlichen Dienst zuständige Gewerkschaft Adedy rief dazu auf, die Streiks der Mitarbeiter des Gesundheitswesens mit einem Protestmarsch zu unterstützen.

PROTEST NACH STURM AUF MINISTERIUM

In den vergangenen Wochen haben Streiks und Proteste gegen die Sparpolitik der Regierung von Ministerpräsident Antonis Samaras wieder zugenommen. Griechenland befindet sich im sechsten Jahr der Rezession. Die rigiden Sparmaßnahmen haben die Wirtschaftsleistung zusätzlich belastet.

Der Protest der Ärzte und Krankenschwestern richtete sich vor allem gegen die Kürzungen in den Kliniken. Adedy sprach von einem Kollaps des Gesundheitssystems angesichts eines Mangels an Ärzten und Medizin in den Krankenhäusern. Die Fronten scheinen zunehmend verhärtet. Den Streik von U-Bahn-Beschäftigten vor kurzem konnte die Regierung nur beenden, indem sie mit Festnahmen nach den Notstandsgesetzen drohte. Samaras verfolgt einen harten Kurs gegen die Streikenden, um seinen entschlossenen Willen zur Umsetzung der Reformen zu demonstrieren.

In Athen kam es zudem vor dem Arbeitsministerium zu einem Protest von rund 1000 Menschen. Die Unterstützer einer linken Gruppe wollten damit ihre Solidarität mit Aktivisten ausdrücken, die an selber Stelle am Mittwochabend festgenommen worden waren, als sie das Ministerium stürmten.