US-Senator - Patriot-Raketen sollten Jets über Syrien abschießen

Sonntag, 3. Februar 2013, 12:55 Uhr
 

München (Reuters) - US-Senator John McCain hat vorgeschlagen, mit den Patriot-Flugabwehrraketen in der Türkei Kampfflugzeuge über syrischem Territorium abzuschießen.

Die internationale Gemeinschaft müsse dem Bürgerkrieg in Syrien nicht tatenlos zuschauen, sagte McCain am Sonntag auf der Münchner Sicherheitskonferenz. Es gebe Optionen. So könnten die Patriot-Raketen aus der Türkei syrische Jets bis in der Region Aleppo im Norden des Landes abschießen. Außerdem sei es möglich, die Kampfjets des syrischen Staatschefs Baschar al-Assad mit Marschflugkörpern am Boden auf ihren Stützpunkten zu zerstören. Ein solches Vorgehen mache einen Sicherheitsratsbeschluss über die Errichtung einer Flugverbotszone unnötig. Dies würde den Bürgerkrieg zwar nicht stoppen, aber sicher Menschenleben retten, sagte McCain.

Deutschland, die USA und die Niederlande haben jeweils zwei Patriot-Staffeln in der Türkei stationiert, um das Land vor Raketen aus Syrien zu schützen. Die Durchsetzung einer Flugverbotszone mit den deutschen Patriots hat die Bundesregierung ausdrücklich ausgeschlossen und betont, das System diene nur der Verteidigung. In Libyen war die Einrichtung einer Flugverbotszone der Beginn des internationalen Einsatzes. Ein Staatenbündnis um Frankreich bombardierte daraufhin die libyschen Streitkräfte und deckte damit den Vormarsch der Rebellen, die Staatschef Muammar Gaddafi schließlich stürzten.

Russland, das der Resolution des UN-Sicherheitsrates zugestimmt hatte, fühlte sich durch dieses Vorgehen betrogen. Im Falle Syriens blockiert das Land mit seinem Veto ein Vorgehen des Sicherheitsrates gegen Assad.