Griechische Matrosen streiken weiter gegen Einsparungen

Montag, 4. Februar 2013, 07:49 Uhr
 

Athen (Reuters) - In Griechenland haben die Matrosen ihren Streik gegen den Sparkurs der Regierung verlängert und schneiden damit ein Dutzend Inseln für weitere zwei Tage vom Festland ab.

Am Sonntag kündigten die Seeleute an, an ihrem seit Donnerstag dauernden Ausstand für weitere 48 Stunden festzuhalten. Die Proteste der Seeleute richten sich vor allem gegen unbezahlte Löhne.

Neben den Seeleuten befinden sich auch Landwirte im Ausstand. Sie störten mit Sitzstreiks den Verkehr auf einigen wichtigen Hauptverkehrsstraßen. Zudem verteilten sie kostenlos Reis an Autofahrer, um gegen Steuererhöhungen zu protestieren. Ein Bauer sagte: "Wir befinden uns am Rande des Abgrundes." Das jüngste Sparpaket sieht geringere Subventionen für Kraftstoff, höhere Sozialversicherungsabgaben und geringere Steuererstattungen vor.

Die Arbeitsniederlegungen machen sich bereits bemerkbar. Es gibt Lebensmittel-Engpässe und Agrarexporte in die Balkanländer und andere Staaten mussten verschoben werden. Die Regierung führt Gespräche mit den Streikenden. Sie verwehrt sich jedoch gegen Forderungen, die Reformen unterlaufen würden, die von den internationalen Geldgebern im Gegenzug für die Milliardenhilfen verlangt werden.

Griechenland befindet sich im sechsten Jahr der Rezession. Die rigiden Sparmaßnahmen haben die Wirtschaftsleistung zusätzlich belastet. Es kommt immer wieder zu sozialen Unruhen. Die rechtsextreme Partei Goldene Morgenröte, die deutlich an Zustimmung gewonnen hat und derzeit in Umfragen auf den dritten Platz kommt, steht im Verdacht, hinter gewaltsamen Angriffen auf Einwanderer zu stecken. Etwa 5000 Anhänger der Partei marschierten am Samstag durch Athen. Es war die größte Demonstration, die die Ultra-Rechten bisher abgehalten haben.