Französischer Tanker vor Elfenbeinküste wohl entführt

Montag, 4. Februar 2013, 12:57 Uhr
 

Abidjan (Reuters) - Vermutlich nigerianische Piraten haben vor der Elfenbeinküste einen französischen Tanker mit 17 Besatzungsmitgliedern gekapert.

Das unter Luxemburger Flagge fahrende Schiff werde seit dem Wochenende vermisst, teilte die internationale Schifffahrtsbehörde International Maritime Bureau (IMB) am Montag weiter mit. Der Eigner habe am Sonntag Kontakt zur Besatzung verloren. Die Elfenbeinküste grenzt an Mali. Dort sind seit drei Wochen französische Soldaten im Kampf gegen Islamisten im Einsatz.

Sollte sich die Entführung bestätigen, wäre es das zweite Mal binnen drei Wochen, dass ein Tanker vor der Elfenbeinküste in die Gewalt von Piraten geriet. Auch vor der Küste des ebenfalls in Westafrika gelegenen Nigeria war es zuletzt immer wieder zu Piraten-Übergriffen gekommen. Viele der Angreifer im Golf von Guinea stehen vermutlich militanten Gruppen nahe, die einst im nigerianischen Niger-Delta für Unruhe sorgten.

Bislang sorgten eher Piraten-Angriffe am Horn von Afrika an der Ostküste des Kontinents für Unruhe. Durch den EU-Einsatz Atalanta ging sowohl die Zahl der versuchten als auch der erfolgreichen Piraten-Angriffe dort im vergangenen Jahr drastisch zurück. Die Übergriffe im Golf von Guinea nehmen hingegen zu. Nach IMB-Angaben haben nigerianische Piraten immer Tanker mit Schweröl im Visier. Dieses werde dann in Nigeria abgepumpt, bevor die Besatzungsmitglieder der Tanker wieder auf freien Fuß gesetzt würden. Gewöhnlich dauere dies fünf bis sechs Tage.