Frankreich greift Al-Kaida-Wüstenlager in Mali an

Montag, 4. Februar 2013, 17:14 Uhr
 

Kidal (Reuters) - Französische Kampfflugzeuge haben ihre Angriffe auf Wüstenlager der Islamisten im äußersten Norden Malis fortgesetzt.

Ziel sei es, die Kämpfer aus den entlegenen Gegenden des westafrikanischen Landes zu vertreiben und ihre Nachschubwege zu zerstören, sagte der französische Außenminister Laurent Fabius am Montag. Das französische Militär hat rund drei Wochen nach Beginn seines Einsatzes in Mali die Islamisten aus den drei größten Städten im Norden verdrängt, die die Aufständischen zehn Monate lang besetzt gehalten hatten.

Die Rebellen haben sich nun in die Berge in der Sahara im Nordosten des Landes zurückgezogen. Die französische Regierung vermutet, dass sie dort sieben Franzosen als Geiseln festhalten. Politischen Beobachtern zufolge geht die französische Militäraktion in Mali in eine neue Phase. "Wir befinden uns immer noch im selben Krieg, aber beginnen einen neuen Kampf", sagte der frühere französische General und Professor der Science-Po-Universität in Paris, Vincent Desportes. "Wir werden nun die Terroristen Schritt für Schritt zermürben und ausschalten. Es ist ein Krieg der Geheimdienste, gezielter Angriffe und wahrscheinlich von Einsätzen der Sondereinheiten im Hintergrund."

Die nach Autonomie strebende Tuareg-Gruppe MNLA teilte am Montag mit, sie haben zwei Anführer der Islamisten im Norden Malis gefangengenommen. Es handele sich um Mohammed Mussa Ag Mohammed, der in der Wüstenstadt Timbuktu eine strenge Form der Scharia eingeführt hatte, und Umeini Uld Baba Achmed, der für die Entführung einer französischen Geisel verantwortlich gemacht wird. Französische Soldaten hatten Timbuktu vor rund einer Woche eingenommen.

Die MNLA hat dem französischen Militär Hilfe bei der Verfolgung von Islamisten zugesichert. Ursprünglich hatte die Tuareg-Gruppe noch auf Seiten der Islamisten gekämpft.

 
Islamist rebel prisoners guarded by Malian gendarmes are seen in a military camp in the centre of Timbuktu February 1, 2013. REUTERS/Benoit Tessier (MALI - Tags: POLITICS CIVIL UNREST CONFLICT)