Iran sieht veränderte US-Haltung in Atomstreit

Montag, 4. Februar 2013, 18:08 Uhr
 

Berlin (Reuters) - Der Iran sieht das Dialogangebot der USA im Atomstreit als Signal einer veränderten Haltung zur Islamischen Republik.

Die Regierung in Washington bemühe sich offenbar wirklich um eine Kursänderung, sagte Außenminister Ali Akbar Salehi am Montag in Berlin. Allerdings warnte der Minister vor zu hohen Erwartungen. Für beide Länder sei gegenseitiges Vertrauen nach wie vor schwierig. "Wie sollen wir uns auf diese neue Geste verlassen können?", fragte Salehi mit Blick auf das am Wochenende unterbreitete Angebot von US-Vizepräsident Joe Biden. Außenminister Guido Westerwelle drängte beide Seiten, die Angebote für Gespräche zu nutzen.

Im Streit über das iranische Atomprogramm zeigte sich Salehi kompromissbereit. Es sei an der Zeit für beide Seiten, die Konfrontation hinter sich zu lassen und einen Dialog zu beginnen. US-Präsident Barack Obama habe versprochen, sein Land aus Kriegen herauszuhalten und Schritte zu unterlassen, die Zerstörung und Blutvergießen mit sich brächten. Er hoffe darauf, dass diese Ankündigung umgesetzt werde, sagte Salehi auf einer Veranstaltung der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik.

Die Islamische Republik und die USA hatten am Wochenende ihre Bereitschaft zu bilateralen Gesprächen angedeutet und damit Bewegung in die festgefahrenen Atomgespräche gebracht. Die Regierung in Teheran wehrt sich gegen Vorwürfe, unter dem Deckmantel der friedlichen Nutzung an Atomwaffen zu arbeiten. Als Termin für Gespräche mit der Sechsergruppe aus den UN-Vetomächten und Deutschland ist der 25. Februar im Gespräch.