Irans Präsident zu historischem Besuch in Ägypten eingetroffen

Dienstag, 5. Februar 2013, 11:13 Uhr
 

Kairo (Reuters) - Erstmals seit der islamischen Revolution von 1979 ist mit Mahmud Ahmadinedschad am Dienstag ein iranisches Staatsoberhaupt nach Ägypten gereist.

Ahmadinedschad wurde auf dem Flughafen der Hauptstadt Kairo vom ägyptischen Präsidenten Mohammed Mursi mit Bruderküssen begrüßt. Die herzliche Begrüßung unterstrich die Verbesserung der diplomatischen Beziehungen zwischen den Ländern seit der Wahl des islamistischen Präsidenten in Ägypten. Ahmadinedschad nimmt am Gipfeltreffen islamischer Länder in Kairo teil. Ein solcher Besuch wäre während der Herrschaft von Husni Mubarak völlig undenkbar gewesen.

Eines der wichtigsten Themen des Ahmadinedschad-Besuches dürfte der Bürgerkrieg in Syrien sein. Wie bei zahlreichen anderen Themen hat Ägypten hierzu eine andere Haltung als der Iran. Mursi ist einer der schärfsten Kritiker des um seine Macht kämpfenden syrischen Staatschefs Baschar al-Assad. Der Iran unterstützt dagegen Assad. Dennoch haben sich beide Länder im Zuge des "Arabischen Frühlings" angenähert.

Beim Besuch des Islamisten Mursi im vergangenen August im Iran vereinbarten beide Länder die Wiedereröffnung der Botschaften. Die Regierung in Teheran hatte die Beziehungen 1980 kurz nach der Revolution im eigenen Land und dem ägyptischen Friedensvertrag mit dem iranischen Erzfeind Israel abgebrochen. Immer wieder hatten beide Länder in der Folge ihre gegenseitige Abneigung deutlich gemacht. So wurde im Iran eine Straße nach dem Attentäter benannt, der den ägyptischen Präsidenten Anwar Sadat ermordet hatte. Ägypten wiederum gewährte dem vertriebenen iranischen Schah Resa Pahlawi Asyl und ein Staatsbegräbnis.