Deutschland und Frankreich streiten über Euro-Wechselkurs

Dienstag, 5. Februar 2013, 15:59 Uhr
 

Straßburg/Paris (Reuters) - Deutschland und Frankreich sind sich in der Währungspolitik uneins.

Der französische Präsident Francois Hollande forderte am Dienstag in Straßburg eine aktive Wechselkurspolitik, um den Euro und die Unternehmen in der EU gegen Abwertungen anderer Währungen zu schützen. "Eine Währungszone muss eine Wechselkurspolitik haben, ansonsten wird sie mit einem Wechselkurs enden, der nicht dem wirklichen Zustand seiner Volkswirtschaft entspricht", erklärte Hollande in seiner Rede vor dem EU-Parlament. Die 17 Regierungen der Euro-Zone müssten ein mittelfristiges Wechselkursziel festlegen. Die EU müsse auf dem Weltmärkten ihre Interessen verteidigen.

Der deutsche Wirtschaftsminister Philipp Rösler widersprach diesem Ansatz bei einer Reise nach Paris: "Das Ziel muss es sein, die Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern und nicht die Währung zu schwächen."

Eine extrem lockere Geldpolitik in Japan hatte zuletzt den Yen deutlich abwerten lassen - mit positiven Folgen für exportorientierte Konzerne wie Toyota. Experten befürchten, dass sich dies zu einem Währungskrieg hochschaukeln könnte. Mehrere Länder, darunter Deutschland, haben ihre Sorge darüber zum Ausdruck gebracht. Japan wehrt sich unterdessen gegen die Vorwürfe aus dem Ausland. Die Geldpolitik habe das Ziel, die Deflation zu bekämpfen, so die Regierung. Die Yen-Abwertung sei dabei nur eine Folge, nicht aber das eigentliche Ziel.

Die Europäische Zentralbank (EZB) wollte sich nicht zu den Vorstellungen von Hollande äußern. Deutschland ist traditionell gegen politische Eingriffe in die Geldpolitik der Notenbank.