Inhaftierter Ahmadinedschad-Vertrauter im Iran wieder frei

Mittwoch, 6. Februar 2013, 13:29 Uhr
 

Dubai (Reuters) - Zwei Tage nach seiner Festnahme ist ein früherer iranischer Staatsanwalt und Vertrauter von Präsident Mahmud Ahmadinedschad wieder freigelassen worden.

Das berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Irna am Mittwoch. Es sei unklar, ob eine Kaution gefordert worden sei. Weder zur Festname noch zur Freilassung Said Mortasawis gab es eine öffentliche Stellungnahme der Behörden.

Die Vorgänge scheinen Teil eines Machtkampfes in den iranischen Führungsschichten zu sein mit Ahmadinedschad und Parlamentspräsident Ali Laridschani als Frontfiguren. Die Machtkämpfe dürften vor der im Juni geplanten Präsidentenwahl noch zunehmen. Der oberste Machthaber, Ajatollah Ali Chamenei, hat bereits gemahnt, die Meinungsverschiedenheiten nicht in der Öffentlichkeit auszutragen. Es wird erwartet, dass sich Chamenei in den nächsten Tagen anlässlich des 34. Jahrestages der islamischen Revolution im Iran an die Bürger wendet.

Am Sonntag war Mortasawis Name in einem Korruptionsvorwurf Ahmadinedschads gegen die Familie Laridschani aufgetaucht. Der Staatspräsident spielte bei einer Rede eine Aufnahme vor, die nach seinen Worten ein Treffen von Laridschanis Bruder Fasel mit Mortasawi dokumentierte. Dabei habe Fasel Laridschani versucht, die Prominenz seiner Familie zu nutzen, um finanzielle Vorteile zu erlangen. Die beiden Laridschani-Brüder wiesen die Korruptionsvorwürfe zurück, und Fasel Laridschani kündigte an, er werde rechtlich gegen Ahmadinedschad und Mortasawi vorgehen. Der Chef der iranischen Justiz ist Sadek Laridschani, ein Bruder von Fasel and Ali. Die Nachrichtenagentur Irna zitierte Ahmadinedschad nach der Verhaftung Mortasawis mit den Worten, das sei eine hässliche Angelegenheit.

Bekannt wurde Mortasawi durch sein hartes Vorgehen gegen Oppositionelle. Er war für die Verfolgung der Demonstranten zuständig, die 2009 gegen die Wiederwahl von Ahmadinedschad protestiert hatten. Damals gab es Vorwürfe des Wahlbetrugs. Von seinen Aufgaben als Staatsanwalt wurde er 2010 suspendiert, nachdem drei Oppositionelle durch Folter in der Haft gestorben waren. Die Organisation Human Rights Watch hat ihn als Serientäter bei der Verletzung von Menschenrechten bezeichnet.