Festnahmen nach versuchtem Angriff auf Irans Präsidenten

Mittwoch, 6. Februar 2013, 13:41 Uhr
 

Kairo (Reuters) - Vier Männer sind in Ägypten wegen eines versuchten Angriffs auf den iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad vorübergehend festgenommen worden.

Nach Angaben aus Sicherheitskreisen handelt es sich um drei Ägypter und einen Syrer. Die Ägypter gehörten der militanten Bewegung Gamaa Islamija an, hieß es am Mittwoch. Nach Zahlung einer Kaution seien sie am Morgen wieder freigelassen worden.

Auf Fernsehbildern ist zu sehen, wie ein bärtiger Mann zweimal versucht, einen Schuh auf Ahmadinedschad zu werfen, als dieser am Dienstagabend eine Moschee in Kairo besuchte. Sicherheitskräfte drängten den Präsidenten daraufhin in sein Auto. Getroffen wurde er nicht.

Der Wurf mit einem Schuh gilt in der arabischen Welt als Ausdruck tiefster Abscheu. 2008 warf ein irakischer Journalist während einer Pressekonferenz einen Schuh auf US-Präsident George W. Bush.

Der Besuch Ahmadinedschads ist der erste eines iranischen Staatschefs in Ägypten seit der islamischen Revolution im Iran 1979. Die Regierung in Teheran hatte die Beziehungen zu Ägypten 1980 unter anderem wegen dessen Friedensvertrags mit dem iranischen Erzfeind Israel abgebrochen.

Seit der Revolution in Ägypten und der Wahl des Islamisten Mohammed Mursi zum Staatschef haben sich beide Länder wieder angenähert. Ahmadinedschad war in Kairo von Mursi mit Bruderküssen begrüßt worden. Der Iraner bot dem in wirtschaftlichen Schwierigkeiten steckenden Ägypten "eine große Kreditlinie" an. Iran hat selbst mit den Folgen der internationalen Sanktionen zu kämpfen, die die Staatengemeinschaft wegen des Atomstreits verhängt hat.

Gegensätzliche Positionen haben beide Staaten zur Lage in Syrien. Der Iran ist einer der wenigen Verbündeten des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad. Ägypten fordert wie andere arabische Staaten dessen Rücktritt.

 
Children stand in front of a sign and a poster of Iran's President Mahmoud Ahmadinejad in front of the Al-Hussein mosque, named after Prophet Mohammed's grandson Hussein ibn Ali, before Ahmadinejad's visit to the mosque in old Cairo February 5, 2013. Ahmadinejad was both kissed and scolded on Tuesday when he began the first visit to Egypt by an Iranian president since Tehran's 1979 Islamic revolution. The trip was meant to underline a thaw in relations since Egyptians elected an Islamist head of state, President Mohamed Mursi, last June. But it also highlighted deep theological and geopolitical differences. The sign reads, "Enter Egypt, God willing, safe." REUTERS/Amr Abdallah Dalsh (EGYPT - Tags: POLITICS RELIGION CIVIL UNREST)