Menschenrechtler: Russland beutet Olympia-Arbeiter aus

Mittwoch, 6. Februar 2013, 14:41 Uhr
 

Moskau (Reuters) - Der russische Staat beutet nach Angaben einer Menschenrechtsorganisation beim Bau der Sportstätten für die olympischen Winterspiele in Sotschi systematisch ausländische Arbeiter aus.

Die eingereisten Arbeitskräfte würden um ihren Lohn betrogen und erhielten keine ausreichende Verpflegung und Unterkunft, berichtete die in New York ansässige Organisation Human Rights Watch am Mittwoch.

Ein russischer Regierungsvertreter wies die Vorwürfe als übertrieben zurück. Die Einhaltung der Rechte der Arbeiter werde streng überwacht, sagte er. Präsident Wladimir Putin informierte sich am Mittwoch in Sotschi über den Stand der Vorbereitungen für die Winterspiele in einem Jahr.

In dem Bericht wird ein Arbeiter aus der Ukraine mit den Worten zitiert: "Die Leute arbeiten, werden nicht bezahlt und gehen wieder. Dann kommt ein Bus und lädt eine neue Gruppe Arbeiter ab, um den Kreislauf wieder zu beginnen." Die Befragung von 66 aus Armenien, Serbien, Kirgisistan, Usbekistan und Tadschikistan stammenden Arbeitern habe ein "wiederkehrendes Missbrauchsmuster" in schlecht bezahlten Jobs ergeben.

Die Menschenrechtler appellierten auch an das Internationale Olympische Komitee (IOC), eine aktivere Rolle bei der Wahrung der Menschenrechte zu übernehmen. Human Rights Watch zufolge sind mehr als 16.000 Arbeiter aus dem Ausland nach Sotschi an die Schwarzmeerküste gereist, um in dem Olympia-Gebiet Arbeit zu finden. Die Regierung spricht von 96.000 Arbeitern und 500 Baufirmen, die in Sotschi beschäftigt sind.