Frankreich plant Truppenabzug aus Mali ab März

Mittwoch, 6. Februar 2013, 16:37 Uhr
 

Paris/Kidal (Reuters) - Frankreich hat den Konflikt in Mali als "echten Krieg" bezeichnet, der noch längst nicht gewonnen sei.

Dennoch will das Land bereits im März mit dem Abzug seiner Truppen beginnen. Französische und malische Soldaten durchkämmten auf gemeinsamen Patrouillen das Buschland um Timbuktu und Gao auf der Suche nach islamistischen Rebellen, sagte Frankreichs Verteidigungsminister Jean-Yves Le Drian dem Rundfunksender Europe 1 am Mittwoch. Am Vortag habe es bei Gao Zusammenstöße mit Islamisten-Gruppen gegeben. "Es ist ein echter Krieg", fügte er hinzu. "Immer wieder greifen die französischen Truppen Ausbildungslager und Versammlungsorte der Aufständischen an." Frankreich spricht von mehreren hundert getöteten Islamisten seit Beginn der Intervention Mitte Januar.

Der französische Außenminister Laurent Fabius sagte der Zeitung "Metro", der Einsatz der französischen Truppen konzentriere sich darauf, die islamistischen Rebellen im Norden Malis zu bekämpfen. Dort gebe es noch einige ihrer Zufluchtsorte. "Ich denke, wenn alles planmäßig verläuft, wird von März an die Zahl der französischen Soldaten gesenkt", sagte Fabius.

Frankreich hat fast 4000 Soldaten in Mali im Einsatz. Nun soll die Verantwortung Schritt für Schritt an die von den Vereinten Nationen unterstützten Truppen übergehen, die von Ländern der westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft Ecowas gestellt werden. Der Einsatz läuft unter dem Namen Afisma (African-led International Support Mission in Mali). Von den geplanten 8000 Afisma-Soldaten sind derzeit rund 3800 in Mali. Die französischen Truppen gehen gemeinsam mit afrikanischen Soldaten auf Bitten der malischen Regierung gegen die Islamisten vor, die im vergangenen Jahr den Norden des Landes erobert hatten. Frankreich hatte mit seiner Militärintervention im Januar den Vormarsch der Islamisten auf die Hauptstadt Bamako im Süden des Landes gestoppt.

Deutschland unterstützt den Einsatz afrikanischer Soldaten bisher logistisch mit mehreren Transportflugzeugen. Zudem will die Regierung im Rahmen eines EU-Einsatzes 40 Militärausbilder für die malische Armee sowie 40 Sanitätssoldaten entsenden. Geplant ist auch die Bereitstellung von Tankflugzeugen für französische Kampfjets.

 
France's President Francois Hollande (C) flanked by Mali's interim president Dioncounda Traore (2ndL), visit the Djingareyber Mosque in Timbuktu during his one-day visit in Mali, February 2, 2013. French President Hollande flew to Mali on Saturday to support French troops fighting Islamist rebels in the Sahel nation and he visited the famed ancient city of Timbuktu that was recaptured from al Qaeda-allied fighters six days ago. REUTERS/Fred Dufour/Pool (MALI - Tags: POLITICS CONFLICT CIVIL UNREST)