Umfragen: Mitte-Links-Bündnis in Italien braucht Montis Hilfe

Freitag, 8. Februar 2013, 15:05 Uhr
 

Rom (Reuters) - Zwei Wochen vor der Parlamentswahl in Italien zeichnet sich keine absolute Mehrheit für das Mitte-Links-Bündnis von Pierluigi Bersani ab.

Zwar sahen am Freitag veröffentlichte Umfragen Bersanis Demokratische Partei trotz eines Bankenskandals vorn. Der Politiker ist aber wahrscheinlich auf die Mitarbeit des jetzigen Ministerpräsidenten Mario Monti angewiesen. Die Italiener wählen am 24. und 25. Februar ein neues Parlament. Bis dahin dürfen keine weiteren Umfragen veröffentlicht werden.

Eine Erhebung des Institutes Ispo für die Zeitung "Corriere della Sera" ergab, dass das Mitte-Links-Bündnis im Abgeordnetenhaus auf eine Mehrheit von 37 Prozent käme. Dem Mitte-Rechts-Bündnis des früheren Regierungschefs Silvio Berlusconi werden 30 Prozent vorhergesagt. Im Senat, wo Sitze nach Regionen vergeben werden, ist der Erhebung zufolge aber kaum eine Prognose möglich. Dort beträgt der Abstand nur drei Punkte. Besonders hart umkämpfte Regionen könnten Sizilien und die Lombardei im Norden werden. Beide Kammern des Parlamentes sind bei der Gesetzgebung gleichberechtigt.

Monti und Bersani haben sich in dieser Woche vorsichtig angenähert. Ein Streitpunkt könnte aber die Rolle der linken Partei Sinistra Ecologia Liberta (SEL) werden. Monti hat Bersani aufgefordert, sich von der Partei loszusagen. Andernfalls würde er internationale Investoren verschrecken.

Berlusconi hat in Umfragen aufgeholt und damit auch die Finanzmärkte verunsichert. Der Milliardär will im Falle eines Wahlsieges die Steuern senken. Bersanis Demokratische Partei ist durch einen Spekulationsskandal bei der Banca Monte dei Paschi di Siena beschädigt. Das Institut und die Partei stehen sich historisch nahe.