Französische Armee verstärkt Stellungen in malischer Stadt Gao

Montag, 11. Februar 2013, 15:07 Uhr
 

Gao (Reuters) - Nach den heftigen Kämpfen in der nordmalischen Stadt Gao haben malische und französische Soldaten ihre Stellungen in der ehemaligen Islamistenhochburg verstärkt.

Gepanzerte Fahrzeuge fuhren am Montag an strategisch wichtigen Orten auf, an den Straßenkreuzungen wurden Kontrollposten aus Sandsäcken errichtet. Die Gefahr von Überfällen und Bombenanschlägen bestehe weiter, erklärten die Militärs. Die Malier gingen nun "Haus für Haus, Häuserblock für Häuserblock" auf ihrer Suche nach Islamisten vor, sagte ein französischer Armeesprecher.

Jakkie Cilliers vom Institute for Security Studies sagte der Nachrichtenagentur Reuters, es gebe keine Zweifel, dass die Islamisten Schwachstellen finden würden. "Jetzt wird alles kompliziert und schwierig", sagte er.

Am Sonntag hatten sich französische und malische Soldaten heftige Schusswechsel mit Aufständischen in den Straßen von Gao geliefert. Zuvor war ein Militärposten am Stadtrand binnen 48 Stunden zwei Mal von Selbstmordattentätern angegriffen worden. Die Regierung in Paris wies Befürchtungen zurück, die Angriffe könnten die französischen Soldaten in einen langen und schwierigen Guerilla-Krieg hineinziehen. Der französische Einsatz habe einklares Enddatum, sagte Außenminister Laurent Fabius in einem Fernsehinterview.

Seit mehr als vier Wochen kämpfen 4000 französische Soldaten zusammen mit den Truppen der ehemaligen Kolonie gegen Islamisten, die den Norden Malis unter ihre Kontrolle gebracht hatten. Die Aufständischen sind inzwischen aus den größeren Städten vertrieben worden und haben sich in die Berge im Nordosten zurückgezogen.