Sprecher - Iran lagert weniger hochangereichertes Uran ein

Dienstag, 12. Februar 2013, 12:28 Uhr
 

Dubai/Moskau (Reuters) - Der Iran verlangsamt nach Angaben seines Außenministeriums den Aufbau der Vorräte von waffentauglichem Uran.

Ein Teil des hochangereicherten Materials werde in Brennstoff für Atomreaktoren umgewandelt, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Irna am Dienstag unter Berufung auf einen Sprecher des Ministeriums in Teheran. Damit wird voraussichtlich mehr Zeit für die Verhandlungen zur Beilegung des Atomstreits gewonnen. Die nächste Verhandlungsrunde zwischen dem Iran mit den fünf UN-Vetomächten sowie Deutschland ist für den 26. Februar geplant.

In Moskau erklärte Irans Außenminister Ali Akbar Salehi bei einem Russland-Besuch, er hoffe auf positive Schritte nach den in Kasachstan geplanten Gesprächen. In der schon Jahre andauernden Auseinandersetzung geht es um den Vorwurf, der Iran wolle unter dem Deckmantel seines zivilen Atomprogramms Kernwaffen herstellen. Der Iran bestreitet dies, lässt jedoch internationale Kontrollen seiner atomaren Produktionsstätten nicht zu. Der Westen hat deswegen Handelsbeschränkungen gegen das Land erlassen.

Israel hatte davor gewarnt, der Iran würde eine rote Linie überschreiten, sollte das Land genügend hochangereichertes Uran herstellen, um eine Atombombe bauen zu können. Bislang sollte die kritische Menge waffentauglichen Materials im Juni erreicht werden. Durch die Verwendung eines Teils des angereicherten Urans als Brennstoff für Atomkraftwerke würde sich der Zuwachs an hochangereichertem Material verlangsamen. Damit würde auch die von Israel gezogene rote Linie später erreicht.

Israel hat ein militärisches Vorgehen gegen die iranischen Atomanlagen offengelassen. Das Land fühlt sich vom Iran bedroht, weil unter anderem Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad das Existenzrecht des jüdischen Staates infrage gestellt hat. Auch die USA schließen einen Angriff nicht aus.